zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 17. August 2005

Steuererklärung: Auf das richtige Timing achten

Das Jahr 2004 ist endgültig vorbei. Nun stellt sich die Frage, wann die Steuererklärung abgegeben werden soll. Was ist besser: Sofort oder erst später oder überhaupt erst im Jahr 2006?

Ausschlaggebend für den richtigen Zeitpunkt ist das System der Anspruchszinsen. Für das Jahr 2004 werden für Steuererklärungen, die nach dem 1.10.2005 veranlagt werden, so genannte Anspruchszinsen verrechnet, bei den Erklärungen für 2003 gilt der 1.10.2004 als Stichtag. Die Zinsen betragen derzeit 3,47 Prozent per anno und sind sowohl für Steuergutschriften als auch für Steuernachzahlungen zu berechnen.

Eine Frage der Größenordnung

Wird eine Gutschrift erwartet, spricht nichts dagegen, die Steuerklärung möglichst bald abzugeben. Man bekommt dann auch recht bald das Guthaben auf sein Bankkonto überwiesen, und die Einkommensteuervorauszahlung wird möglicherweise automatisch herabgesetzt. Wer eine Gutschrift größeren Ausmaßes erwartet, sollte trotzdem überlegen, ob nicht doch Zuwarten besser ist. Denn wo bekommt man schon 3,47 Prozent nach Steuern gutgeschrieben? So gesehen kann es sogar sinnvoll sein, bis 2006 zu warten. Es kommt jedenfalls zu einer Berechnung von Zinsen ab dem 1.10. des Folgejahres, wobei eine Freigrenze von 50 Euro eingeführt wurde. Solange die Zinsen 50 Euro nicht übersteigen, werden diese nicht vorgeschrieben. Bei einer Steuernachzahlung von 10.000 Euro reicht es demnach aus, diesen Betrag Mitte November einzuzahlen, ohne dass Anspruchszinsen anfallen. Gleichzeitig mit der Nachzahlung werden in der Regel auch die Einkommensteuervorauszahlungen angehoben.

Wann es Sinn macht, Anspruchszinsen zu akzeptieren

Bestehen keine finanziellen Reserven, um die Nachzahlung zu leisten, ist es in der Regel sinnvoll, Anspruchszinsen in Kauf zu nehmen. Diese Zinsen sind allerdings steuerlich nicht absetzbar. Um unliebsame Überraschungen bezüglich unerwarteter Zahlungen zu vermeiden, ist es immer ratsam, sich rechtzeitig über die zu erwartenden finanziellen Verpflichtungen ein Bild zu machen. Eine Vorschaurechnung anhand des fertig gebuchten Jahres ist dafür äußerst hilfreich.

Mag. Manfred Kenda, Ärzte Woche 3/2005

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben