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Praxis 25. November 2005

Das kleine ABC der Betriebskosten

Besonders Augenmerk legt die Finanz auf Kostenpositionen, die üblicherweise eine gemischte Verwendung haben. Ein typisches Beispiel dafür ist das Auto.

Für die Ausgaben eines niedergelassenen Arztes gibt es zwei Möglichkeiten: Handelt es sich um Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind, spricht man von Betriebsausgaben und kann sie im Rahmen der Einkommensteuererklärung steuermindernd absetzen. Wenn es sich jedoch um Kosten der privaten Lebensführung handelt, darf keine betriebliche Absetzung erfolgen.

Privat und/oder beruflich?

Was hier banal klingt, ist in der Praxis jedoch oft schwierig, da es aufgrund der Arbeitsweise von Ärzten oft zu Überschneidungen zwischen privater und beruflicher Sphäre kommt. In diesem Fall entstehen gemischte Aufwendungen, die teilweise beruflich und teilweise privat bedingt sind. Solche Kosten sind steuerlich etwas aufwändiger zu betrachten. Grundsätzlich nimmt die Finanz daher gerne Kostenpositionen unter die Lupe, die üblicherweise eine gemischte Verwendung haben, typischerweise beim Auto.

Prüfung der Angemessenheit

So behält sich die Finanz bei gemischter Verwendung auch eine Angemessenheitsprüfung vor. Das bedeutet, dass ein Auto für die betriebliche Absetzbarkeit nicht beliebig teuer sein darf, ein Maximalbetrag von 34.000 Euro wird als angemessen betrachtet. Bei teureren Autos wird der übersteigende Anteil samt Zinsen bei Fremdfinanzierung steuerlich ausgeschieden. Für echte Betriebsausgaben, die auf keinerlei private Veranlassung schließen lassen, sieht die Finanz keine Angemessenheitsprüfung vor. Das Ultraschallgerät darf also theoretisch - etwas übertrieben gesagt voll absetzbar - „vergoldete Schalter“ haben. So gibt es für einige typische gemischte Aufwendungen allerlei Judikatur, eines ist jedoch den meisten Betriebsausgaben gleich: Die steuerliche Berücksichtigung spielt sich zum Zeitpunkt des Geldflusses ab. Mit einer Ausnahme: Im Bereich des Anlagevermögens, also Wirtschaftsgüter, die GE-braucht im Gegensatz zu VER-braucht werden, wird der Kaufpreis auf eine fixierte bzw. realistische Nutzungsdauer aufgeteilt, also abgeschrieben. Dies gilt für alle Wirtschaftsgüter, die den Betrag von brutto 400 Euro überschreiten. Kleinere Beträge dürfen ohnehin sofort abgeschrieben werden. Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme sollte jedoch unter dem Stichwort „Investitionszuwachsprämie“ individuell überprüft werden.

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