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Praxis 17. August 2005

Achten Sie auf finanzielle Ressourcen

Mit dem betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetz 2002 wurden hinsichtlich Abfertigungsrückstellung und Wertpapierbestand weitreichende Änderungen beschlossen.

Gerade am Anfang des Jahres 2004 sollte sich jeder Unternehmer aktuelle gesetzliche Änderungen noch einmal ins Gedächtnis rufen, um zu vermeiden, dass finanzielle Ressourcen brach auf einem Depot liegen. Grundsätzlich gilt: Für alle Arbeitsverträge, die nach dem 31. Dezember 2002 begonnen haben, besteht kein Direktanspruch des Arbeitnehmers auf Abfertigung ge-genüber dem Arbeitgeber.

Langjährige Ansprüche

„Somit besteht ab diesem Zeitpunkt kein Grund für eine Abfertigungsrückstellung und ein damit in Zusammenhang stehendes verpflichtendes Wertpapierdepot“, bemerkt Mag. Eva Wagendorfer, Steuerberater Berufsanwärter bei der GfB Judenburg. Zentrales Thema sind also die Abfertigungsansprüche langjähriger Dienstnehmer. Bis 2001 konnten 50 Prozent der fiktiven Abfertigungsansprüche zum Bilanzstichtag in Form einer Abfertigungsrückstellung gewinnmindernd geltend gemacht werden, 2002 waren es 47,5 Prozent. Ab dem Wirtschaftsjahr 2003 gilt, dass 45 Prozent der fiktiven Ansprüche in die Steuererklärung aufgenommen werden können.

Wertpapierdeckung als Auslaufmodell

Korrespondierend mit dieser Abfertigungsrückstellung mussten Wertpapiere zur Deckung der Ansprüche im Betriebsvermögen vorhanden sein. Die Wertpapierdeckung für die Abfertigungsrückstellung ist allerdings ein Auslaufmodell. Denn ab dem Wirtschaftsjahr 2003 wird diese Deckung jährlich verringert. Bis 2002 sind 50 Prozent der Vorjahresabfertigungsrückstellung zu bilden, ab 2003 erfolgt eine jährliche Absenkung um zehn Prozent. Ab dem Jahr 2007 erlischt dann die Pflicht zur Wertpapierdeckung für Abfertigungsrückstellungen. Im Wirtschaftsjahr 2003 besteht nun laut Wagendorfer letztmalig die Möglichkeit der steuerfreien Auflösung der Abfertigungsrückstellung. Dies bedeutet, dass die Abfertigungsrückstellung steuerfrei auf das Kapitalkonto oder eine als versteuert geltende Rücklage übertragen werden kann. Mit dieser Entscheidung können keine weiteren Abfertigungsrückstellungen mehr gebildet werden. Hingegen können spätere Belastungen aus Abfertigungen, verteilt auf fünf Jahre, als Betriebsausgabe zum Abzug gebracht werden.

Auflösung sollte genau geprüft werden

Angesichts des Wahlrechtes der Weiterführung oder Auflösung der Abfertigungsrückstellung sollte die Vorteilhaftigkeit der steuerfreien Auflösung überprüft werden. „Je mehr ältere Arbeitnehmer vorhanden und je höher die fiktiven Abfertigungsansprüche sind, desto günstiger wird eine steuerfreie Auflösung sein“, so Wagendorfer. Bei geringer Fluktuation der Arbeitnehmer wäre es tendenziell günstiger, die Abfertigungsrückstellung fortzuführen, denn es könnten noch hohe Beträge an Abfertigungsrückstellungen dotiert werden. Eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass eine Abfertigung tatsächlich an einen Arbeitnehmer ausbezahlt werden muss, spricht tendenziell für eine steuerfreie Auflösung der Abfertigungsrückstellung. Was die Wertpapierdeckung betrifft, sollten Unternehmer beachten, dass bei steuerfreier Auflösung der bestehenden Abfertigungsrückstellung für das Jahr 2003 die Wertpapier-deckung ab 1. Jänner 2004 sofort abgebaut werden kann.

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