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Praxis 24. November 2005

Laien als Ärztehelfer

Seit Jahresbeginn können Ärzte für die Patientenbetreuung Laien zu Hilfe ziehen. Entsprechende Regelungen dafür stehen im Ärztegesetz (siehe Kasten).

Der Arzt kann bestimmte Tätigkeiten nach entsprechender Anleitung und Unterweisung an eine bestimmte Person übertragen. Dabei ist auf allfälliges Gefahrenpotenzial zu achten, beispielsweise Nebenwirkungen eines Arzneimittels. Delegiert werden kann an Angehörige (Verwandte, Lebensgefährten) und an Personen, in deren Obhut der Patient steht (Kindergärtnerinnen), sowie an Personen, die zum Patienten in einem örtlichen und persönlichen Naheverhältnis (Nachbarn) stehen. Keine Delegationsmöglichkeit gibt es für den intramuralen Bereich, z.B. Pflegeheime. Der Arzt ist verpflichtet, seine Anordnung entsprechend zu dokumentieren, auch „Einschulung" und Feststellung der erforderlichen Fähigkeiten sollten dokumentiert werden. Verstöße gegen die Anleitungs- und Unterweisungspflicht bzw. Vergewisserungspflicht stellen Verwaltungsstraftatbestände dar. Die Erfassung der übertragungspflichtigen Aufgaben ist keinesfalls einfach. Die orale Verabreichung von Medikamenten nach ärztlicher Anordnung ist beispielsweise ohne ausdrückliche Übertragung möglich, die Verabreichung i.v. oder per infusionem ist hingegen nur nach Anleitung, Unterweisung und Vergewisserung über die erforderlichen Fähigkeiten erlaubt. Medikamente mit einem besonderen Gefahrenpotenzial sind weder im Rahmen familien- und pflegschaftsrechtlicher Maßnahmen noch nach ausdrücklicher Übertragung verabreichbar. Die ist ausschließlich dem Arzt allein oder Fachkräften vorbehalten.

Mag. E. Kotschy, Ärzte Woche 29/2004

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