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Praxis 7. Oktober 2005

Sparen beim Wohlfahrtsfondsbeitrag

So wie Steuer und Sozialversicherungsbeiträge sind vielen Ärzten die Zahlungen an den Wohlfahrtsfonds ein Dorn im Auge. Oft werden aber angebotene Beitragsvarianten – meist aus Unkenntnis – gar nicht genutzt.

Besonders die Wiener Ärzte suchen immer wieder nach Möglichkeiten zur Senkung ihrer Wohlfahrtsfondsbeiträge. Mit ein Grund dafür ist die andauernde Sanierung von Altlasten, für die nach wie vor jeder fünfte Euro aufgewendet werden muss. Laut Dr. Thomas Taut, selbständiger Wirtschaftsberater in Wien, gibt es in vielen Bundesländern die Möglichkeit zur freiwilligen Herabstufung diverser Wohlfahrtsfondsleistungen: „Obwohl weitgehend unbekannt, besteht ein solches Einsparpotenzial auch in Wien. In der Todesfallbeihilfe kann zwischen zwei Stufen frei gewählt werden.“

Umlagesystem mit Herabsetzungsmöglichkeiten

Die Todesfallbeihilfe funktioniert hier nach dem Umlagesystem. Für jeden Todesfall eines Wiener Arztes zahlt die Solidargemeinschaft aktuell 18.895 Euro mit altersmäßig gestaffelten Beiträgen. Für durchschnittlich 100 Todesfälle pro Jahr bedeutet dies Kosten von 218 Euro pro Jahr bis 35 Jahre, 436 Euro pro Jahr bis 50 Jahre und 654 Euro pro Jahr ab 50 Jahren. Diese Beträge werden quartalsmäßig eingehoben und variieren, da sie jeweils aufgrund der aktuellen Todesfälle berechnet werden. Niedergelassene Ärzte können sich laut Taut auf die Stufe II herabsetzen lassen, was altersunabhängig nur noch 73 Euro pro Jahr für Hundert Todesfälle kostet und eine Leistung von 2.180 Euro bietet. Der Antrag kann auf drei verschiedene Arten begründet werden: Entweder man hat keine Angehörigen oder befindet sich in einer finanziellen Notlage. Diese Begründungen sollten laut Taut aber eher eine Ausnahme sein.

Risikoversicherungen im Überfluss

Für die Mehrzahl der Ärzte kommt die dritte Möglichkeit der gleichwertigen Absicherung in Betracht. Die Differenz zwischen der Grundstufe und der Stufe II beträgt nämlich nach Versteuerung bei den Hinterbliebenen (33 Prozent durchschnittliche Steuerlast angenommen) etwa 11.100 Euro, die eine gleichwertige Absicherung abzudecken hätte. Eine solche Risikolebensversicherung haben die meisten ÄrztInnen entweder ohnehin bereits als Bestandteil laufender Kredite oder privater Altersvorsorgen. Falls nicht, so zahlt der güns-tigste Anbieter laut Taut am Markt 25.000 Euro im Ablebensfall bis zum 65. Lebensjahr für lediglich ein Viertel der Todesfallbeiträge. Werden die dadurch ersparten Beiträge gut verzinst angelegt, steht zu Pensionsbeginn wiederum ein Betrag in Höhe von mindestens 11.100 Euro zur Verfügung.

Kostengünstige Verdoppelung des Schutzes

Diese Rechnung geht laut Taut für alle jungen und gesunden Ärzte bis zum 50. Lebensjahr voll auf. Aber auch für ältere Kollegen sollte dieser Schritt seiner Ansicht nach eine Überlegung wert sein. Bis zur Pension kann der Todesfallschutz kostengünstig mehr als verdoppelt werden, und ab diesem Zeitpunkt sollten die Kredite abbezahlt und die Kinder aus dem Haus sein. „Angestellte Ärzte ohne Ordination können sich sogar auf die Stufe III herabsetzen lassen, die nur noch 1,45 Euro pro Jahr kostet und im Todesfall 727 Euro leistet“, ergänzt Taut.

Dr. Thomas Taut

Tel. 0676/750-29-76

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