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Praxis 17. August 2005

Förderungsgelder für Barrierefreiheit

Die Behindertenmilliarde steht ganz allgemein für Maßnahmen, die einen barrierefreien Zugang in Gebäuden unterstützen, zur Verfügung. AuchÄrzte können diesen Topf nutzen.

Stufen in unterschiedlicher Höhe, zu schmale Türen, zu enge Durchgänge – für einen Menschen, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, können dies unüberwindbare Hindernisse sein. In der Ordination kann ein Behandlungstisch, der nicht höhenverstellbar ist, eine möglichst komfortable Betreuung von Patienten einschränken. All dies gilt nicht nur für Menschen mit Behinderung, sondern auch für Patienten nach Operationen oder ältere Personen, die sich beim Gehen schwer tun, und schließlich für Eltern mit Kleinkindern. Schon allein das Fehlen eines Behindertenparkplatzes kann das Menschenrecht auf freie Arztwahl massiv einschränken.

Was den Zugang erschwert

Für Personen mit Seh- oder Hörbehinderung sehen Barrieren ganz anders aus: Unzureichende Beleuchtung, Schilder, die nicht zusätzlich mit tastbarer Schrift ausgestattet sind, Klingelanlagen an unüblichen Stellen oder keine Möglichkeit, mit dem Arzt über E-Mail oder Fax zu kommunizieren. Eine gute Informationsquelle für Veränderungen in der Ordination, aber auch von Behandlungskonzepten ist die nach wie vor aktuelle Broschüre „Krank, behindert, ungehindert“. Sie bietet eine umfassende Liste an Möglichkeiten, Barrieren für Menschen mit Behinderungen abzubauen. „Viele davon sind kurzfristig umsetzbar“, betont Martin Ladstätter vom Bizeps-Zentrum für Selbstbestimmtes Leben. Dieses prüfte in einem zweijährigen Projekt am Beispiel Wien, wie behindertengerecht das Gesundheitswesen ist.

Die Behindertenmilliarde

er so genannten „Behindertenmilliarde“ werden auch in Ordinationen sämtliche Maßnahmen gefördert, die einen barrierefreien Zugang unterstützen. Beispiele für eine mögliche Förderung sind: die Anschaffung eines Faxgerätes zur besseren Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung, die Installation von Induktionsschleifen im Warte- und Behandlungsbereich oder eine behindertengerechte Toilette. Das gilt auch für die Ergänzung des Eingangsbereiches mit Rampen oder eine Adaption der Warte- und Behandlungsräume. Jede Einzelmaßnahme wird mit 50 Prozent der Kosten gefördert, maximal werden 50.000 Euro zugeschossen. Um zu diesen Mitteln zu kommen, muss ein formloser Antrag an das Bundessozialamt oder eine seiner Landesstellen gerichtet werden. Die zuständige Stelle entsendet dann einen Begutachter, der mit dem Arzt die Situation vor Ort analysiert und einen konkreten Fördervertrag ausarbeitet. So ist gewährleistet, dass schon in der Planungsphase eine schriftliche Zusage möglich wird, welche Maßnahmen konkret unterstützt werden. Eine barrierefreie Adaption der Ordination kann auch steuerlich geltend gemacht werden.

Kontakt: Bundessozialamt,
Ansprechpartner für Ärzte:
Hans-Georg Schindler MAS,
Tel. 01/58 831–104,
E-Mail:

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