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Praxis 17. August 2005

Eine Oase für Ihre Patienten schaffen

Eine Praxis wird von Patienten mitunter ganz anderen Qualitätskriterien unterzogen, als Ärzte es sich vorstellen. Veränderungen sollten nicht nur im Sinne der Patienten erfolgen, sondern auch zugunsten eines besseren Arbeitsablaufes.

Ein Kriterium der „Begutachtung“ ist die Optik Ihrer Praxis. Dabei haben unter anderem die farbliche Gestaltung und die Einrichtung einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Patienten. Viele kleine Mängel verschwinden, wenn man sie häufiger anschaut – sie fallen letztlich gern der Betriebsblindheit zum Opfer.

Mit den Augen der Patienten

Gehen Sie doch einmal mit den Augen Ihrer Patienten durch Ihre eigenen Praxisräume. Sie werden sicher einige Mängel sofort fest-stellen, die Sie schnell und leicht beheben können. Fragen Sie auch einmal einen Freund, der Ihnen ehrlich sagt, was ihm in Ihrer Praxis nicht gefällt und was er ändern würde.

Die Steigerung des Ganzen ist

natürlich die Beauftragung eines Praxisberaters, der Sie nicht nur auf Detailmängel aufmerksam macht, sondern Ihnen auch ein entsprechendes, umfassendes Veränderungskonzept vorschlagen wird. Jede Praxis sollte einen unverwechselbaren Charakter haben. Suchen Sie Farben, Materialien und Lichtquellen individuell aus und verdeutlichen Sie dadurch Ihren Patienten, dass diese auch individuell behandelt werden.

Adaptierungen zwischendurch

Die einmal getroffene Wahl wird zwar nie für die Ewigkeit gelten, muss aber von Zeit zu Zeit überdacht und adaptiert werden. Leider kommt es immer wieder vor, dass Praxen einmal eingerichtet werden und dann auf Investitionen und Adaptierungen verzichtet wird. Dabei sind Praxisrenovierungen nicht ein lästiges Übel, sondern eine kaufmännische Notwendigkeit.

Veränderungen beleben

Leben ist Veränderung. Das gilt für Sie als Arzt, aber auch für Ihre Patienten und die Umwelt. Manchen Ordinationen ist deutlich anzusehen, dass sie in den 70er Jahren eingerichtet wurden. Zuweilen stehen hier auch noch die ausrangierten Möbel aus der eigenen Wohnung. Eine Praxisrenovierung bringt zum Ausdruck, dass Sie Neuerungen aufgeschlossen sind. Stellen Sie dabei aber jede Neuanschaffung auf die Probe und überlegen Sie sich Ihren Arbeitsstil und den Praxisablauf. Passt das neu anzuschaffende Gerät oder der Einrichtungsgegenstand in Ihre Struktur?

Keine „halben Sachen"

Funktionalität und Ambiente müssen eine Einheit bilden. „Nur schön“ oder „nur funktionell“ sind eine „halbe Sache“ und können Behinderungen bei der Arbeit zur Folge haben. Auch Zeitverlust und Mindereinnahmen können daraus resultieren. Denken Sie bei funktionellen Einrichtungen auch immer daran, wo Sie diese aufstellen – auch Wegzeiten kosten Zeit.
Bei der Anschaffung von Praxismöbeln und -geräten sollten Sie gewisse Kriterien beachten, die Ihnen und Ihren Mitarbeitern das Leben erleichtern und Zeit und Energie sparen. Zu vermeiden sind scharfe Kanten als Verletzungsrisiko genau so wie schlecht zu öffnende Schubläden, die womöglich auch keine Arretiermöglichkeit haben.

Leicht zu reinigende Flächen

Denken Sie auch an leicht zu reinigende Oberflächen und wählen Sie Funktionsmöbel, z.B. Kartei-kartenschränke, die nachkaufbar und erweiterbar sind. Schließlich sind auch arbeitsrechtliche Vorschriften zu beachten.
Und vergessen Sie eines nicht: Eine angenehme Atmosphäre wirkt nicht nur auf Ihre Patienten, sondern auch auf Ihre Mitarbeiter und auf Sie. Es steht außer Zweifel, dass man in einem schönen Arbeitsumfeld lieber und besser ar-beitet als in einem ausschließlich zweckbetonten.

Dr. Jürgen Brunotte, Ärzte Woche 11/2004

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