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Praxis 17. August 2005

Bonus für besonderes Engagement

In vielen Ordinationen bekommen die Mitarbeiter zwar jeden Monat pünktlich ihr Gehalt, sonst haben sie allerdings nichts zu erwarten. Ein „Motivations-zuckerl“ kann sich lohnen.

Überall in der Wirtschaft überlegt man sich, Mitarbeiter ihrer Qualifikation entsprechend zu honorieren, also Leistungsanreize zu setzen. Oft setzen sich die Gehälter aus fixen und variablen Bestandteilen zusammen. In der Praxis führen jedoch Tarifgruppen und Leistungsanreizsysteme zu erheblichen Problemen. Die Einstufung bereitet Schwierigkeiten, der Interpretationsspielraum ist groß. Viele Ärzte wollen sich nicht durch das Paragraphengewirr wühlen und verzichten lieber ganz auf dieses Motivationsinstrument. Helferinnen, die vorhandene Qualifikationen (mangels Bedarf) nicht einsetzen können, fühlen sich benachteiligt. Denn vertiefte Fachkenntnisse und zusätzliche Fortbildung werden nur dann honoriert, wenn sie in der Praxis zum Tragen kommen.

Motivation durch leistungsbezogene Vergütung

instufung von Mitarbeitern wirkt sich auf den Teamgeist aus. Höhere und niedrigere Tarifgruppen signalisieren Hierarchieverhältnisse, die weder beabsichtigt noch notwendig oder wünschenswert sind. Die Folge: Viele Ärzte halten an der Pauschalvergütung fest. Sie verschenken damit wertvolle Motivationsmöglichkeiten.
Leistungsbezogene Vergütung lässt sich problemlos in der Praxis realisieren. Einzige Voraussetzung: Das Anreizsystem ist an den konkreten Aufgaben- oder Verantwortungsbereich der Helferin gekoppelt. Der erste Schritt besteht darin, Arbeitsplatzbeschreibungen zu erstellen und Verantwortungsbereiche zu definieren. Das lohnt sich allemal, denn es dient nicht nur der Mitarbeiterführung, sondern auch der Praxisorganisation. Denn erst die Zuordnung einzelner Mitarbeiter zu verschiedenen Aufgabenbereichen ermöglicht ein effizientes Arbeiten.

Dr. Jürgen Brunotte, Ärzte Woche 36/2004

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