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Praxis 17. August 2005

Wie Kleinvieh guten Mist macht

Neben den großen Kostenpositionen in Ordinationen gibt es noch weitere Ansatzmöglichkeiten, die Kostenstruktur zu optimieren. Die Bandbreite reicht von Praxisvermietung bis hin zur Überprüfung von Versicherungsprämien.

Eine der Überlegungen mit langfristiger Perspektive betrifft die Räumlichkeiten. Ist es sinnvoll, eine Ordination zu mieten oder zu kaufen oder eine gemischte Variante zu wählen? Dabei ist zu berücksichtigen, dass Mieten langfristig indexbedingt stark ansteigen, Zinsen aus Finanzierungen tendenziell eher gleich bleiben. Die Entscheidung ist sicher von der individuellen Situation abhängig, auf alle Fälle sollte ein Spezialist beigezogen werden. Denken Sie einmal auch darüber nach, an wie vielen Tagen Ihre Ordination wie viele Stunden leer steht. Es ist höchst wahrscheinlich, dass ein Kollege, der sich als Wahlarzt niederlassen will oder einfach neben seiner Spitalstätigkeit für einige Stunden pro Woche eine Ordination benötigt, gerne einen angemessenen Preis als Miete bezahlt. Darüber hinaus können sich auch interessante Synergieeffekte ergeben.
Ebenso können Vertretungen in der dienstfreien Zeit die Attraktivität Ihrer Ordination heben. Bilden Sie Apparategemeinschaften beim Kauf von medizinischen Geräten. Das kommt natürlich nur in Frage bei kapitalintensiven Investitionen, wobei eine deutliche Kostensenkung bei den einzelnen Praxisin-habern durch Kostenteilung erreicht wird. Die Apparategemeinschaft hat sicherlich Zukunft. Sollten Sie einige Kollegen in Ihrer Umgebung kennen, die auf der Suche nach Ordinationsräumlichkeiten sind, denken Sie an ein Ärztehaus: verschiedene Fächer, jeder Arzt bleibt selbständig, alles unter einem Dach. Das ergibt Sinn und positive Synergien für jeden – vorausgesetzt, man versteht sich gut und Planung und Durchführung des Projektes wird Profis übertragen.
Wenn Sie zu denjenigen gehören, die ihre Miete mit Umsatzsteuer bezahlen, loten Sie bei Ihrem Vermieter aus, ob es möglich ist, die Steuer heraus zu nehmen. Das könnte im einen oder anderen Fall funktionieren, wenn eine Bereitschaft für Entgegenkommen besteht. Diese Möglichkeit muss aber auf alle Fälle auch mit dem Steuerberater abgeklärt werden. Auf keinen Fall kann es schaden, sich regelmäßig alle Privat- und Betriebsversicherungen von einem unabhängigen Makler durchforsten zu lassen. Allein durch die Rahmenverträge der Ärztekammer lässt sich jedes Jahr viel Geld sparen. Kompetente Berater auf Maklerseite sind für die meisten Überlegungen jene Spezialisten, die sich auf Ärzte konzentrieren und über ein dement-sprechendes Know-how und professionelle Schadensabwicklung verfügen.

Mag. Manfred Kenda, Ärzte Woche 24/2004

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