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Praxis 17. August 2005

Praxisgemeinschaft setzt auf „All in one“

In zwei Untersuchungs- und sechs Therapieräumen wird eine breite Palette therapeutischer Interventionen bei Beschwerden des Bewegungsapparates geboten.

„Die konservative und operative Behandlung von Beschwerden des Bewegungsapparates sowie die Bewegungstherapie und gesamte Nachbehandlung ist selten in einer Hand“, analysiert Prim. Prof. Dr. Ernst Orthner. Er ist Leiter der unfallchirurgischen Abteilung des Klinikums der Kreuzschwestern in Wels. Außerdem hat er mit einem interdisziplinären Team die Praxisgemeinschaft „All in one“ aufgebaut. „Ein Großteil des Teams hat schon vorher im Spital zusammengearbeitet, dort ist auch die Idee für dieses interdisziplinäre Projekt entstanden“, berichtet Orthner. In einem Welser Gebäude wurden Räume angemietet und nach den Bedürfnissen des Teams adaptiert. In der Praxis kooperiert Orthner als Wahlarzt nun mit Physiotherapeuten und einer Wahlärztin für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Akupunktur. „Wir haben zwei Untersuchungs- und sechs Therapieräume“, wovon vier gemeinsam genutzt werden, ebenso wie die apparative Technik.

Fitnesszentrum im Haus

Angeboten wird bei „All in one“ so unter anderem auch Elektro-, Hochton- und Stoßwellentherapie, Knorpelregeneration, Arthrosetherapie sowie Behandlung von Lymphödemen, Lipödemen und venösen Schwellungen. Ebenso bereits im Betrieb ist das im Haus integrierte Gesundheits- und Fitness-zentrum.„Der konkrete Behandlungsplan wird gemeinsam erstellt“, berichtet Orthner. Vor allem bei Abnützungserscheinungen würde diese koordinierte Vorgangsweise besonders gut greifen.„Normalerweise ist es nur schwer möglich, auf den konkreten Verlauf der Therapie unmittelbar zu reagieren“, sagt der Unfallchirurg. Mit diesem Praxiskonzept wäre es aber möglich, sehr schnell den Ablauf der Behandlung zu adaptieren.„Ein integratives Zentrum dieser Art kann den Spitalsbereich ganz wesentlich entlasten, da praktisch alle im prä- und poststationären Bereich notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen extramural erfolgen können und so dem Krankenhaus die Möglichkeit der Konzentration auf seine Kernkompetenz ermöglicht wird“, meint Orthner. Dieses Konzept der engen und kontinuierlichen interdizsiplinären Zusammenarbeit, die sich auf bestimmte Gebiete spezialisiert, wäre aus seiner Sicht auch in anderen Bereichen der Gesundheitsversorgung sinnvoll.

Optimale Betreuung von Fußproblemen

Bei Aufenthalten in Amerika hat Orthner die so genannten „footclinics“ kennen gelernt. Dort arbeiten Spezialisten zusammen, um eine optimale Betreuung von Problemen im Fußbereich zu ermöglichen. So wäre beispielsweise beim diabetischen Fußsyndrom eine Kooperation von Dermataloge, Radiologe, Wundmanager, Physiotherapeut, Diätassistent und Fußbiologe sinnvoll. Die Praxisgemeinschaft wird sich daher in Richtung interdisziplinäre Schmerztherapie, prä- und postoperative Betreuung sowie durch den Aufbau zum „ersten integrativen Fußzentrum“ in Zusammenarbeit mit einem orthopädischen Schuhmacher weiterentwickeln. „Die überregionale Zusammenarbeit mit ähnlichen Einrichtungen und besonders mit physiotherapeutischen Instituten ist ebenso vorgesehen wie die Überleitung von Patienten von der ambulanten Rehabilitation in den präventiven Fitnessbereich“, blickt Orthner in die Zukunft.

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