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Praxis 17. August 2005

Das Nadelöhr im ­Datentransfer von Arzt zu Kassen

Aus Sicherheitsgründen wird das e-card-Rechenzentrum an zwei Wiener Standorten aufgebaut. Die Abwicklung des kompletten Datentransfers erfolgt über einzelne Systemkomponenten mit unterschiedlichen Aufgaben.

Die Anspruchsprüfung im e-card-Rechenzentrum läuft über das so genannte „Konsultationssystem“. Für die Administration der e-cards und Ordinationskarten kommt die Komponente „Chipkartenverwaltung“ zum Einsatz. Die für die Signierung der Konsultationen notwenigen Zertifikate werden durch das ebenfalls neu aufgebaute TrustCenter generiert und zur Verfügung gestellt. Abgerundet wird das e-card-Rechenzentrum durch ein leistungsstarkes Logging- und Archivsystem.

250 Konsultationen pro Sekunde sind möglich

Die Rechner können 250 Konsultationen pro Sekunde verarbeiten. Mit anderen Worten: Pro Minute bewältigt das Rechenzentrum eine Online-Anspruchsprüfung für 15.000 Vertragspartner. Ein Dialog mit dem e-card-Rechenzen­trum kann ausschließlich durch den Vertragspartner initiiert und aufgebaut werden. Das direkte Anwählen eines anderen Vertragspartners ist aus technischen Gründen ausgeschlossen. In der ersten Ausbaustufe wird das e-card-Rechenzentrum durch das GesundheitsInformationsNetz (GIN) mit den etwa 12.000 Vertragspartnern verbunden. Mit Hilfe von Telekommunikationsprovidern erfolgt der Aufbau des GIN auf Basis der ADSL-Technologie. Etwa 90 Prozent aller Vertragspartner werden auf diese Weise erreichbar sein. Ergänzend zu ADSL wird die ISDN-Ersatzschaltung angeboten. Die Vergebührung erfolgt gemäß einem monatlich fixen zeit- und paket- sowie technologieunabhängigen Tarif.

Geschlossener Benutzerkreis

Aus Sicherheitsgründen wird das GIN nach dem Modell einer so genannten Closed User Group aufgebaut. Ausschließlich dem e-card-System bekannte Vertragspartner können daran teilnehmen. Wirkungsvolle und praxiserprobte Firewalls schützen den Datentransfer. Das GIN bietet über den so genannten Peering Point als zentrale Drehscheibe zusätzlich die Möglichkeit, gegen Entgelt Mehrwertdienste, beispielsweise gesicherte e-Mails, geschützter Internetzugang oder elektronische Befundübermittlung, in Anspruch zu nehmen. Der Peering Point wird gemeinsam vom Hauptverband und der Österreichischen Ärztekammer aufgebaut und betrieben.

Was kann der Peering Point?

Unter dem Begriff „Peering Point“ versteht man die kontrollierte Verbindung von mehreren Datennetzen nach festgelegten Richtlinien in Bezug auf Sicherheit, Verfügbarkeit und Qualität. Solche Systeme werden heute durch große nationale oder internationale Telekommunikationsprovider betrieben und sind somit Werkzeuge der Netzwerk- und Kommunikationstechnologie, um große Netze miteinander zu verbinden.

Elektronisches Postverteilungszentrum

Alle Datenpakete des GIN werden über den Peering Point geschickt, da ausschließlich dort die korrekte Weiterleitung zum vorgesehenen Empfänger erfolgt. Ebenso passieren alle Datenpakete die technischen Sicherheitseinrichtungen des Peering Point, die jeweils auf dem aktuellsten Stand der Technik gehalten werden. Der Peering Point ist demnach mit einem Postverteilzentrum für Pakete vergleichbar. Weder bei „herkömmlichem“ noch bei „virtuellem“ Transfer werden die Poststücke geöffnet, sondern entsprechend ihrer Adresse zugestellt.

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