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Praxis 17. August 2005

Rückerstattung von Ausbildungskosten

Die Fortbildung von Mitarbeitern stellt für jeden Unternehmer einen großen Kostenfaktor dar. Verlässt ein Dienstnehmer den Betrieb, nachdem ihm teure Ausbildungen gezahlt wurden, wird der Ruf nach einem Ersatz der Ausbildungskosten laut.

Ein solcher Ersatz ist laut Mag. Klaus Augustin von der GfB Innsbruck prinzipiell möglich, es muss darüber jedoch eine entsprechende Vereinbarung getroffen werden. „Die sicherste Variante für den Arbeitgeber stellt dabei die jeweilige Rückzahlungsvereinbarung aus Anlass der jeweiligen Ausbildungsmaßnahme dar“, so Augustin. Eine solche Vereinbarung kann natürlich nicht die Rückforderung aller Ausbildungskosten beinhalten. Grundsätzlich gilt, dass nur Kosten von Ausbildungen, die dem Dienstnehmer auch außerhalb des Betriebes einen wirtschaftlich verwertbaren Vorteil bringen, rückforderbare Kosten darstellen. Nicht jede Ausbildung ist aber im Nutzen des Dienstnehmers. So sind Einschulungen in die Arbeitsstelle eine Notwendigkeit für das Unternehmen, sie bringen aber dem Dienstnehmer außerhalb des Betriebes keinen Vorteil.

Details einer Vereinbarung mit dem Dienstnehmer

Eine Vereinbarung über Ausbildungskostenrückerstattung kann laut Augustin die tatsächlichen Seminar-, Reise- und Nächtigungskosten sowie das fortgeleistete Entgelt umfassen. Vorausgesetzt natürlich, dass der Kurs während der Arbeitszeit besucht wurde. Es ist auch möglich zu vereinbaren, dass ein Kurs bezahlt wird, dieser aber trotzdem außerhalb der Arbeitszeit besucht werden muss, beispielsweise durch eine Vereinbarung über Verbrauch von Zeitausgleich oder Urlaub. In diesem Fall kann im Zuge einer Rückforderung natürlich kein Entgelt für diese Zeit verlangt werden. Die Vereinbarung einer Rückerstattung kann jedoch keine beliebigen Zeiträume umfassen. „Jedenfalls zulässig ist es, eine dreijährige Staffelung zu vereinbaren“, so Augustin. Tritt der Dienstnehmer unmittelbar nach einem Seminar aus, hat er hierfür die gesamten Kosten zu ersetzen.

Staffelung der Rückzahlung

Mit jedem weiteren abgelaufenen Monat reduziert sich der Betrag pro Monat um ein Sechsunddreißigstel. Da eine in dieser Form vereinbarte Staffelung eine indirekte Bindung an das Unternehmen bedeutet, ist eine Vereinbarung über einen Zeitraum von über drei Jahren nur in Ausnahmefällen möglich; etwa wenn der Kollektivvertrag dies vorsieht oder wenn es sich um besonders teure und hochwertige Ausbildungsmaßnahmen handelt. Dass so eine Vereinbarung bereits im Vorfeld getroffen werden muss, versteht sich natürlich von selbst.

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