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Praxis 17. August 2005

Stärken der Praxis aufzeigen

Wofür interessiert sich ein Patient, wenn er in eine Ordination kommt? Natürlich für seine eigenen Probleme und Ziele. „Also sollte man ihm auch mit verschiedenen Mitteln helfen, diese Probleme zu lösen und seine Ziele zu erreichen“, regt Harald Kuttner, Unternehmensberater in Wien, an.

Viele Patienten wissen tatsächlich zu wenig oder unvollständig darüber Bescheid, welche nützlichen Leistungen und Behandlungsmöglichkeiten in einer Ordination angeboten werden. Im persönlichen Gespräch mit dem Patienten bleibt dem Arzt jedoch kaum die Zeit, seine Vorzüge, Kompetenzen und die Leistungen der Praxis vollständig und positiv zu vermitteln. „Was der Patient aber nicht kennt, kann er nicht nachfragen“, so Kuttner. So bleibt wichtiges Umsatzpotenzial auf der Strecke.

Informationsdefizite ­wirkungsvoll ausgleichen

Solche Informationsdefizite und der zunehmende Wettbewerb unter den Ärzten machen den Einsatz von wirkungsvollen Hilfsmitteln notwendig. Ein nicht wegzudenkender Teil dieser Kommunikation sind Praxisbroschüren, entweder in Form von Foldern, Zeitungen oder sogar Infomappen. Der Hauptvorteil dieser schriftlichen Darstellung liegt in der Tatsache, dass der Patient alles mit nach Hause nehmen und in Ruhe durchlesen kann.

Ratgeber werden geschätzt Angereichert mit wertvollen

Informationen und Tipps kann man seine Praxisbroschüre in einen geschätzten Ratgeber verwandeln. Einige grundlegende Dinge beim Aufbau sind jedoch zu beachten. Laut Kuttner hat es wenig Sinn, ganz banal die möglichen Dienstleistungen aufzulisten oder aufzuzählen. Auch eine schwer verständliche fachliche Abhandlung, angereichert mit medizinischen Begriffen, wird nicht zum gewünschten Ziel führen. „Es kommt für den Patienten darauf an, seinen Nutzen aus der dargestellten Anwendung oder Therapie zu erkennen“, betont Kuttner. Dabei sollte die Sprache leicht verständlich bleiben, denn fachliche Information bietet nur dann einen klaren Nutzen für Patienten und Praxis, wenn sie verständlich aufbereitet ist. Neben der Beseitigung des Informationsdefizites kann eine Praxisbroschüre noch weitere Aufgaben haben. So wird die Vermittlung eines bestimmten Praxis­images durch geeignete Broschüren verstärkt, Informationen über Öffnungszeiten oder Abrechnungssystem können verbreitet werden, nicht zuletzt braucht der Patient auch einen Zeitvertreib während der Wartezeit.

Zuerst Inhalt, dann Layout

„Bevor man sich jedoch über das Layout der Broschüren Gedanken macht, sollten zunächst Zielsetzung und Inhalt definiert werden“, so Kuttner. An den Zielen der Broschüre orientiere sich im Vorfeld der Erstellung die Art der Informationsübermittlung. An dieser Stelle müsse auch geklärt werden, ob man einzelne Teilbroschüren, beispielsweise für einzelne Therapien, oder eine Gesamtbroschüre entwickelt. Beim Layout und der Produktion ist es wichtig, die anzusprechende Art von Patienten zu definieren. Kuttner: „Hat eine Praxis einen sehr hohen Anteil an Privatpatienten, Geschäftsleuten und Selbständigen, muss die Broschüre natürlich in Sachen Layout und Druck auch den Erwartungen dieser Zielgruppe entsprechen.“ Die Praxisbroschüren sollen sich natürlich auch am Erscheinungsbild der Praxis orientieren. Beim Stichwort Corporate Identity spielen beispielsweise Farben und Logos eine große Rolle. Eines gilt laut Kuttner für Broschüren ganz besonders: „Je origineller sie sind, desto öfter werden sie gelesen oder durchgesehen.“ Dabei muss aber beachtet werden, dass jeder Arzt und somit jede Ordination ihren eigenen Stil hat. Daher macht es keinen Sinn, allzuviel von den Kollegen abzukupfern. Individuelle Broschüren sollten individuelle Haltungen widerspiegeln.

Richtig eingesetzt wird eine

Praxisbroschüre übrigens nicht als Auslage an der Rezeption oder im Wartezimmer. Der ideale Ansatz ist die persönliche Übergabe mit Kurzerläuterung und der Aufmunterung, die Inhalte zuhause genau zu studieren.

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