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Praxis 17. August 2005

Wohnortnah und multidisziplinär

„Schon während des Turnus und der Ausbildung zum Notarzt wuchs in vielen Gesprächen während des Nachtdienstes die Idee eines wohnortnahen Zentrums für Wahlärzte, die wir 2001 in die Tat umgesetzt haben“, berichtet der Allgemeinmediziner Dr. Ullrich Busch.

Bei den offiziellen Stellen fiel die Idee allerdings nicht wirklich auf Gegenliebe; weder von Seiten der Kasse noch der Kammer erlebte Busch Unterstützung. „Kassenstellen gab es sowieso keine“, berichtet Busch. Der als Wahlarzt tätige Allgemeinmediziner griff auf Vorbilder aus Kanada zurück: „Dort reisen die Ärzte in die Region. Nicht die Patienten werden wieder in die Zentren geschickt, wo sie lange Wartezeiten für die Anreise und beim Termin auf sich nehmen müssen und somit die Zuwendungsmedizin immer wieder zu kurz kommt.“

Gemeinsam mit anderen Ärzten mietete Busch ein Haus in Spitz in der Wachau, das ebenerdig und barrierefrei auf 150 Quadratmetern Therapie- und Ordinationsräume bietet. Räumlichkeiten und Einrichtungen werden in einem Time-Sharing-System genutzt. „Wir haben keine OEG gegründet, weil uns das Risiko am Anfang zu hoch schien. Mit den nun festgelegten Mieten bleibt das Risiko gering“, so Busch. Im Zentrum arbeiten neben Busch ein Internist und Hämatologe sowie eine Fachärztin für Dermatologie. Auf enge Kooperation wird Wert gelegt. „Wenn ich etwa eine verdächtige Hautläsion entdecke, kann diese unmittelbar abgeklärt werden“, so Busch.

Der Allgemeinmediziner kann bei onkologischen Patienten das Nebenwirkungsmanagement übernehmen: „Wir haben viele Fälle von Hautkrebs in der Region.“ Dasselbe gilt für die Wundkontrolle nach Operationen. „Der Praktiker bleibt in unserem Modell der Anker vor Ort, der die Spezialisten einbindet“, beschreibt Busch. Regelmäßig treffen sich die drei Ärzte, um Patienten gemeinsam zu besprechen sowie für allgemeinen Erfahrungsaustausch. Weiters finden immer wieder gemeinsame Gespräche mit Patienten statt. Busch: „Dadurch erhalten alle Ärzte einen unmittelbaren Einblick in das gesamte psychosoziale Umfeld, manchmal führen wir auch Hausbesuche miteinander durch.“

Drehscheibe für die Region

„Es kommt zu einem Aufbrechen des Einzelkämpfertums“, ist Busch überzeugt. Gemeinsamkeit steht im Vordergrund. Dies gilt nicht nur für den Einsatz der Ordinationshilfe, sondern auch andere Aktivitäten. In den Ordinationsräumen werden Vernissagen veranstaltet, und 2002 wurden nicht nur Kriseninterventions-Sitzungen in Emmersdorf und Spitz organisiert, sondern auch eine Charity-Aktion mit T-Shirts auf die Beine gestellt, bei der über 4.500 Euro eingenommen wurden. Gemeinsam engagieren sich die Ärzte regional auch im Rahmen der „Gesunden Gemeinde“. „Außerdem verstehen wir uns als Drehscheibe für die Region. Jeder von uns hat Kontakte, und wir können die Patienten sehr gut weiter verweisen“, erklärt Busch.

Das Konzept der Praxis ist voll aufgegangen: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Patienten verdreifacht, Tendenz weiter steigend. Busch führt das vor allem auf die Mundpropaganda zurück, die auf den positiven Erfahrungen der Patienten beruht. Auch am Aufbau einer Web-Site wird eifrig gearbeitet. Gemeinsamer Wunsch der Ärzte im Zentrum ist, nun auch die Fachrichtungen Gynäkologie, Orthopädie und Neurologie einzubinden. Busch: „Das würde sehr gut zu den Bedürfnissen unserer Patienten passen und den vorhandenen Platz noch besser nutzen lassen.“

Kontakt und Informationen:
Ulrich Busch, c/o Ärztezentrum Wachau, Siedlung Erlahof 23, 3620 Spitz /Donau,
Tel. & Fax: 02713 72980,
E-Mail:

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