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Praxis 17. August 2005

Energiebuchhaltung zahlt sich aus

„In privaten Haushalten werden für Raumwärme 50 bis 60 Prozent der Gesamtenergie verwendet, in Arztpraxen sind es oft 70 bis 80 Prozent“, berichtet Ing. Karl Fürstenberger vom oberösterreichischen Energiesparverband. Dieser Wert lässt sich durch gezielte Maßnahmen deutlich senken.

In vielen Gebäuden ist der Standard der Wärmedämmung sehr schlecht. Viel Geld wird bei undichten Fenstern, schlecht isolierten Wänden und Geschossdecken „hinausgeheizt“. Durch fachgerechte Dämmung dieser Bereiche können bis zu 40 Prozent der Heiz­energie eingespart werden.

Richtwert für Heizkosten

„Pro Quadratmeter fallen teils zwischen 12 und 15 Euro Heizkosten an, obwohl Werte unter fünf Euro mit einfachen Mitteln leicht zu erreichen wären“, so Fürstenberger. Mögliche Maßnahmen sind entsprechende Fenster, Dämmung der Geschossdecken oder von Hohlräumen. Auch bei der Heizanlage lässt sich einiges einsparen. So sorgen vorprogrammierbare und mit einem Außenthermometer gekoppelte Systeme für optimale und energieschonende Temperatursteuerung. Viele Heizkessel und Anlagen zur Warmwasserbereitung haben einen Platz im technischen Museum verdient. Oft sind sie überdimensioniert, wodurch hohe Verluste anfallen. Moderne Anlagen verursachen nicht nur weniger Kosten, durch die bessere Regelbarkeit werden auch weniger Emissionen abgegeben.

Regelmäßige Wartung der Anlage für Warmwasser

Regelmäßig überprüft werden sollten neben der Leistungsfähigkeit des Kessels auch die Dichte und die Dämmung der Leitungen. Wartungsarbeiten sind ebenso bei Raumthermostaten und Ventilen an Radiatoren notwendig. Fürstenberger empfiehlt als Alternative die längst ausgereiften Pelletsöfen, die mit „Holzschnitzel“ befeuert werden und einen durchwegs höheren Komfort als Ölheizungen bieten. Ein anderer Bereich, der ebenfalls mit Raumwärme und Stromverbrauch zu tun hat, sind Be- und Entlüftungsanlagen, die in einigen Arztpraxen zu finden sind. Selbstverständlich sein sollten ein Wärmetauscher sowie regelmäßige Wartung.

Erneuerbare Energieformen sind im Kommen

Auch bei der Warmwasserbereitung lässt sich Energie sparen. Wichtige Parameter sind die Temperatur des Wasserspeichers, der Einsatz einer automatischen Schaltuhr sowie die regelmäßige Wartung. Gerade auch in diesem Bereich ist der Einsatz erneuerbarer Energien möglich, die weniger oder keine Emissionen verursachen, beispielsweise über Solarenergie.„Energiesparlampen rechnen sich bereits dann, wenn zwischen Ein- und Ausschalten jeweils mindestens eine Dreiviertel- bis eine Stunde liegt“, empfiehlt Fürstenberger. Es mache auch Sinn, Zonen unterschiedlicher Beleuchtung einzurichten, denn nicht überall sei direktes, gleich helles Licht erforderlich. Allein eine gute Ausrichtung von Lampen kann zum Stromsparen einen Beitrag leisten. Dies gilt ebenso für helle, gut reflektierende Decken oder Einrichtungsgegenstände. PCs und Bildschirme (die neuen Flachbildschirme verbrauchen wesentlich weniger Strom) sollten mit Energie sparenden Technologien ausgerüstet sein. Laserdrucker haben den höchsten Energieverbrauch, Tintenstrahldrucker bringen längst vergleichbare Ergebnisse mit deutlich geringerem Energieaufwand. Bei all diesen Geräten sowie bei medizinischen Geräten, Fax, Stereoanlage und Kopierer sollte ein Standby-Modus selbstverständlich sein, ebenso wie das Ausschalten über Nacht. Fürstenberger empfiehlt die Einführung einer Energiebuchhaltung. Damit können Erfolge von Energiesparmaßnahmen genauso transparent werden, wie Spuren von ­„Energiefressern“ aufspürbar sind. Energiesparen ist nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern trägt auch zur Reduktion von Emissionen zugunsten der Gesundheit der regionalen Bevölkerung bei. Das Gesamtpotenzial an Einsparungsmöglichkeiten schätzt Fürstenberger bei Gebäuden mit durchschnittlicher Ausstattung zwischen 30 und 50 Prozent des Energieverbrauchs ein.

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