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Praxis 17. August 2005

Praxissharing mit Kultur vereint

Dr. Norbert Stolz macht vor, wie eine ärztliche Ordination gelungen mit einer nichtmedizinischen Philosophie zu vereinen ist. Vor fünf Jahren hat der Allgemeinmediziner begonnen, sich ein privatärztliches Standbein in Wien aufzubauen.

Die Wiener Ordination von Dr. Stolz steht unter dem Motto „Kunst in der Arztpraxis“. Im exklusiven Ambiente der Ordination werden regelmäßig Vernissagen und Ausstellungen in der „Galerie in der Praxis“ abgehalten, für einen Arzt mit Kunstbezug natürlich ein idealer Arbeitsplatz. Aber auch für Patienten mit Kunstinteresse: Kunst und Heilkunst als therapeutische Symbiose. Dr. Stolz nutzt die Ordination selbst nur in geringem Ausmaß, hat allerdings bei der Einrichtung nicht gespart. So stehen mehrere Ordinationsräumlichkeiten zur Verfügung, selbstverständlich mit EDV-Ausstattung. Die Rezeption ist ständig besetzt. Freie Kapazitäten in einer perfekten Ordination bieten natürlich Ansatzpunkte für Kooperationen mit anderen Ärzten. Stolz bietet solche auch an, mit einem einfachen, aber fairen Verrechnungssystem. Er hat zunächst einmal alle relevanten, fix auf den Betrieb der Ordination bezogenen Kosten ermittelt. Persönliche Betriebskosten, wie etwa Auto oder Kammerbeiträge, bleiben natürlich unberücksichtigt.

Flexible Angebote im Blocksystem für Kollegen

Diese Fixkosten hat er pro Monat kalkuliert und durch 20 geteilt. Das ergibt eine Miete für einen so genannten „Block“. Ein Block ist hierbei das Recht, einen von zwei Behandlungsräumen in der Ordination zu einem bestimmten Halbtag pro Woche (Beispiel Mitt­wochvormittag oder Freitagnachmittag) zu nutzen. Als gelernter Kassenarzt mit Hausapotheke kennt Stolz die möglichen wirtschaftlichen Sy­nergien solcher Kooperationen. Er kann sich einen Teil seiner Betriebskosten durch Untervermietung verdienen, die Mieter bekommen perfektes Ordinationsambiente zu einem attraktiven Preis. Und sie sind flexibel: Insgesamt stehen 20 Blocks zur Verfügung, wer also seine Kapazitäten ausweiten möchte, kann mehrere Blocks in Anspruch nehmen. Dieses Angebot ist natürlich auf Wahlärzte mit einer Klientel der gehobenen Schicht zugeschnitten. Solche Wahlärzte, die oft einen Hauptjob haben, scheitern zumeist am Detail der telefonischen Erreichbarkeit für die Patienten. Dieses Problem ist in der Ordination von Dr. Stolz leicht zu beheben: Die ständig besetzte Rezeption stellt Erreichbarkeit sicher. Nachdem ein Arzt aus Zeitgründen die Ordinationsgemeinschaft verlassen hat, sind derzeit wieder einige Blocks zur Vermietung frei. Besonders passend wäre ein Neurologe oder Urologe, aber auch andere Fachrichtungen sind willkommen. Die Ordination ist unter www.dr-art.at zu besichtigen.

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