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Praxis 24. November 2005

Machen Sie Ihr Testament!

Die Regelung von Vermögens- und Erbangelegenheiten erfordert Weitsicht und sorgfältige Planung. Schließlich möchte jeder sein Erbe einmal in den richtigen Händen wissen.

Viele, die ihr Vermögen später einmal vererben möchten oder selbst ein Erbe antreten, nähern sich den diesbezüglichen Fragen mit Scheu und Unbehagen. Nicht ganz zu Recht, denn umfassende Informationen sind der beste Garant für eine verantwortungsvolle Vermögensweitergabe sowohl im Sinne des Erblassers als auch der Erben.
Um Ihnen bei diesen und all den damit zusammenhängenden Problemen zu helfen, hat PRAXIS& WIRTSCHAFT zusammengetragen, was Sie eigentlich schon gestern hätten machen sollen: Eine Übersicht der notwendigen Schritte für den Fall der Fälle. Sterben ist heute nicht mehr eine Frage des Alters. Tagtäglich berichten Zeitungen, dass auch sehr junge Väter oder Mütter bei einem Auto- oder Arbeitsunfall ums Leben kommen. Was glauben Sie, wie viele für ihren Tod vorgesorgt haben?

Folgen ohne Regelung

Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie bei Ihrem Notar ein Testament erstellt oder anderweitig Ihren Willen erklärt? Haben Sie alles so festgelegt, dass Ihr Partner und Ihre Kinder versorgt sind? Oder lassen Sie die gesetzliche Erbfolge gelten, indem Sie kein Testament machen und somit unter Umständen Ihr Partner mit minderjährigen Kindern dasitzt ohne Geld, weil dieses gesperrt ist?

Vorweggenommene Erbfolge wird immer beliebter

Alternativen zum Vermögensübergang von Todes wegen gibt es. Dazu zählen verschiedene Möglichkeiten vorweggenommener Erbfolge, wie Schenkung unter Lebenden, Schenkung auf den Todesfall, Veräußerungs- und Belastungsverbote oder Wohn- und Fruchtgenussrechte.
Als vorsorgender und planender Mensch sollten Sie außerdem einige Aufstellungen machen, beispielsweise wer sofort zu verständigen ist mit Name, Adresse und Telefonnummer. Ebenso sollten Sie auf der gleichen Liste Ihren persönlichen Bankbetreuer mit Institutsname, Adresse und Telefonnummer festhalten, ebenso den Notar, Rechtsanwalt und Steuerberater mit den entsprechenden Daten.

Wo ist das Testament?

Wenn Sie schon ein Testament errichtet und dieses hinterlegt haben, schreiben Sie auch auf, wann dieser Ihr letzter Wille bei wem erstellt wurde und wo er hinterlegt ist. Sollten Sie bereits über eine Grabstelle verfügen, so halten Sie den Namen des Friedhofs, Adresse, Reihe und Nummer fest, denn so erleichtern Sie Ihren Lieben aufwändige Suchereien und Ärger.

Informationen über Bankverbindungen

Auf einem eigenen Bogen sollten Sie, getrennt für Praxis und privat, all das festhalten, was mit Ihrer Bankverbindung zu tun hat. Das fängt mit den Instituten an, geht über die Art der Verbindung bis zu den Nummern des Kontokorrent-, Kredit-, Pensionskontos, Scheckkarte, Kreditkarten, Sparbücher, Wertpapier-Depots, Safe, Bausparen, Kredite und Leasing. So kann nichts verloren gehen, und Ihr Partner findet alles und kann rechtzeitig steuernd eingreifen. Festhalten sollten Sie auch alles, was mit Ihren Immobilien zu tun hat, also Grundstücke, Eigenheime und Eigentumswohnungen. Notieren Sie die genaue Adresse und die Einlagezahl sowie das Katastergericht und ob Sie Eigentümer oder Miteigentümer sind.
Da Sie motorisiert sind, sollten Sie von Ihren Fahrzeugen (Auto, Motorrad, Boot) die Kennzeichen sowie Marke/Type aufschreiben. Möglicherweise besitzen Sie Edelmetalle oder Münzen, bei denen Art und Anzahl relevant sind. Dann bleiben noch andere Wertgegenstände, wie Schmuck, Antiquitäten, eine Markensammlung, Pelze, Teppiche und Kunstwerke.
Schließlich gibt es im Todesfall auch die Notwendigkeit, bestehende Versicherungen zu klären. Um langwieriges Suchen zu vermeiden, notieren Sie bitte für jede Ihrer Versicherungen Gesellschaft und Polizzennummer. Vielleicht haben Sie auch eine Kreditrestschuld-Versicherung. Im Notfall kann Ihnen Ihr Versicherungsberater oder Ihr Steuerberater helfen, der ja in Ihrer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung die beruflichen Versicherungen berücksichtigt.

Fragen an den Autor?
Dr. Jürgen Brunotte
Tel. 01/877-87-27, e-Mail.

Dr. Jürgen Brunotte, Ärzte Woche 1/2004

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