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Praxis 17. August 2005

Änderungen bei Altersteilzeit ab 2004

Die Altersteilzeit als Phase reduzierter Arbeit zwischen Vollerwerbstätigkeit und Pension erfreut sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Seit 1.1.2004 wird eine Reform der Altersteilzeit wirksam, mit der Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Inanspruchnahme erschwert wird.

Die Regelungen sind im Detail sehr kompliziert und in manchen Punkten auslegungsbedürftig. Somit ist zu befürchten, dass auf Grund dieser Rechtsunsicherheiten das neue Modell weniger angenommen wird als das alte. Für alle vor dem 1.1.2004 vereinbarten und angetretenen Altersteilzeit-Vereinbarungen gilt weiterhin die alte Rechtslage. Übergangsregelungen unter Beibehaltung des alten Modells gelten für Altersteilzeit-Vereinbarungen, die zwischen 1.4. und 31.12.2003 in Vollzug gesetzt wurden.

Mögliche Laufzeit verkürzt

Für Neueinstiege ab 2004 wurde die mögliche Laufzeit von bisher sechseinhalb Jahren auf höchstens fünf Jahre herabgesetzt. Auf Grund des schrittweisen Anhebens des Pensionsantrittsalters bis 2014 gibt es aber bis dahin die Möglichkeit, für einen längeren als fünfjährigen Zeitraum vor dem möglichen Pensionsantrittszeitpunkt eine Altersteilzeit-Vereinbarung zu treffen. Ab 2014 wird jedenfalls nur mehr eine fünfjährige Laufzeit möglich sein. Als frühestmöglicher Antrittszeitpunkt gilt dann für Frauen das vollendete 55. und für Männer das 60. Lebensjahr.
Altersteilzeit konnte bisher so „geblockt“ werden, dass die Hälfte des Zeitraumes voll und die andere Hälfte des Zeitraumes nicht gearbeitet wird. Künftig – nämlich für Laufzeiten ab 1.1.2004 – darf auch im Fall der Übergangsregelungen maximal zweieinhalb Jahre geblockt werden.
Inhalt der Altersteilzeitvereinbarung ist, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer 50 Prozent seines Lohnausfalles infolge Reduzierung der Arbeitszeit auf das Teilzeitentgelt aufzahlt. Bis dato wurden 100 Prozent dieser Leistung des Arbeitgebers vom AMS in Form des so genannten Altersteilzeitgeldes gefördert. Diese Förderung wird auf die Hälfte des „zusätzlichen Aufwandes“ des Arbeitgebers reduziert, wenn keine Ersatzkraft vom Arbeitgeber eingestellt wird.

Ersatzkräfteregelung bringt bessere Förderung

Wenn der Arbeitgeber zusätzlich einen Arbeitnehmer einstellt, der zuvor arbeitslos war und über der Geringfügigkeitsgrenze beschäftigt bzw. nicht nur vorübergehend tätig wird oder aber einen Lehrling einstellt, beträgt die Förderung 100 Prozent des so genannten „Mehraufwandes“. Altersteilzeit-Vereinbarungen werden jedoch nur dann gefördert, wenn der betreffende Arbeitnehmer vor der Altersteilzeit entweder voll oder mit zumindest 80 Prozent der Normalarbeitszeit beschäftigt war. Künftig ist erforderlich, dass dieses Beschäftigungsausmaß während eines Jahres vor Beginn der Altersteilzeit-Vereinbarung bestanden hat. Vor Abschluss einer Altersteilzeitvereinbarung ist jedenfalls empfehlenswert, nicht nur Recherchen bei der Pensionsversicherungsanstalt über den möglichen Pensionsantrittsstichtag einzuholen, sondern auch mit dem AMS die Förderungsgewährung abzuklären.

Mag. Cornelia Schmidjell, Ärzte Woche 1/2004

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