zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 17. August 2005

Bioresonanz als Selbstzahler-Leistung

Die Bioresonanz-Therapie ist ein wei-teres Beispiel für ärztliche Privatleistungen. Mit zehn Patienten pro Jahr kann unter bestimmten Voraussetzungen ein guter Gewinn erzielt werden. Ist dafür ein Extrazimmer zu bezahlen, fällt die Kalkulation nicht so gut aus.

Die Verfechter der Bioresonanz-Therapie glauben, dass ein biophysikalisches Informationsfeld, das über Schwingungen die bio-chemischen Vorgänge steuert, im menschlichen Organismus eine wichtige Rolle spielt. Diese Schwingungen lassen sich für therapeutische Zwecke nutzen. Schulmediziner lehnen dieses Konzept ab, es gibt auch keine Dokumentation über die Wirksamkeit. Von der Methode überzeugte Ärzte verweisen jedoch auf Erfolge einer dauerhaften, nebenwirkungsfreien Therapie, mit denen sich viele Probleme beispielsweise bei Allergien lösen lassen. Es steht uns im Rahmen von Praxis & Wirtschaft nicht zu, eine Diskussion über die medizinische Sinnhaftigkeit einer Therapie zu führen. Diese Frage muss jeder Arzt für sich selbst beantworten. Wir stellen die kalkulatorischen Grundlagen vor für jene, die sich zur Durchführung entschließen.

60 Euro pro Stunde sind angemessen

Für die Bioresonanz-Therapie braucht man ein Gerät sowie eine kurze Ausbildung, wofür eine Summe von etwa 30.000 Euro zu Buche schlägt. Das entspricht einer jährlichen Abschreibung von 6.000 Euro auf fünf Jahre. Eine Behandlung dauert etwa eine Stunde, dem Patienten werden dafür Elektroden auf der Haut angebracht. Je nach Krankheitsbild sind bis zu 20 Behandlungen notwendig. Der Arzt sollte natürlich erreichbar sein, aber Durchführung und Überwachung der Behandlung sind grundsätzlich durch die Assistentin möglich. Laut Ing. Michael Bör von der Wiener Firma Arztplan sind 60 Euro pro Behandlungsstunde ein angemessenes Honorar. Abzüglich der Kosten für die Assistenz von 18 Euro ergibt sich daher ein Deckungsbeitrag von 42 Euro pro Stunde. Demnach rentiert sich eine Anschaffung erst ab etwa 140 „verkaufbaren“ Stunden pro Jahr, was bei durchschnittlicher Behandlungsanzahl 10 Patienten entspricht. Der Ertrag pro Jahr lässt sich bei 20 Patienten mit 5.760 Euro berechnen, bei 30 Patienten mit durchschnittlicher Behandlungsdauer erreicht man bereits 11.640 Euro.

Kosten für eigenen Raum in Kalkulation einbeziehen

„Es darf allerdings nicht vernachlässigt werden, dass man möglicherweise einen zusätzlichen Raum benötigt“ so Bör. „Dieser ist in die Kalkulation nicht miteinbezogen.“ Immerhin sprechen wir bei 30 Patienten von über 400 Betriebsstunden. Steht jedoch ohnehin der eine oder andere Raum unbenutzt leer, geht sich das gut aus. Muss ein Raum zusätzlich angemietet werden, geht damit der Gewinn meist verloren.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben