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Praxis 17. August 2005

Privatleistung mit Alterskomponente

Prinzipiell kann eine Knochendichtemessung in allen Ordinationen ange-boten werden. Prädestiniert sind neben Ärzten für Allgemeinmedizin auch Fächer wie Gynäkologie, Innere Medizin und Orthopädie.

Die Knochendichtemessung wird zur Abklärung einer Osteoporose durchgeführt. Zielgruppe sind Frauen nach Eintritt des Wechsels, Personen über 65 Jahren sowie Risikogruppen. Mit dieser Methode wird der Kalksalzgehalt von Knochen bestimmt. Zum Einsatz kommen verschiedene Verfahren und Geräte, die entweder mit Ultraschall oder Röntgenstrahlen arbeiten. Voraussetzungen für das Anbieten dieser Leistung sind laut Ing. Michael Bör vom Ärzteausstatter Arztplan eine mehrstündige Ausbildung sowie die Anschaffung eines Gerätes in der Preisklasse zwischen 15.000 und 45.000 Euro; wir kalkulieren mit einem Mittelklassegerät um 30.000 Euro.

Messung wird nur einmal durchgeführt

Die Messung dauert etwa 15 Minuten und kann von der Assistentin durchgeführt werden. „Marktüblich sind 40 bis 60 Euro pro Behandlung, wir kalkulieren mit einem Schnitt von 50 Euro pro Patient“, so Bör. Die Behandlung wird pro Patient nur einmal durchgeführt, eine eventuelle Kontrolluntersuchung erfolgt nach zwei Jahren. Daraus errechnet sich eine jährliche Abschreibung von 6.000 Euro. Der Deckungsbeitrag pro Stunde beträgt stolze 182 Euro, das sind vier Behandlungen zu 50 Euro, abzüglich des Stundensatzes der Assistentin von 18 Euro inklusive Nebenkosten. Aus diesen Daten errechnet sich ein Break-even für die Investition von knapp 33 Betriebsstunden pro Jahr, was etwa 130 Patienten entspricht. Der Break-even bezeichnet die Schwelle, ab der ein Gewinn gemacht wird. Mit 200 Behandlungen pro Jahr werden 4.000 Euro erwirtschaftet, bei 300 Behandlungen liegt der Gewinn bei 9.000 Euro.
Aus diesen Berechnungen lässt sich erkennen, dass eindeutig geriatrisch ausgerichtete Praxen diese Knochendichtemessung durchaus rentabel betreiben können. Wer täglich einen Patienten misst, kommt immerhin auf 6.500 Euro Gewinn. In diesem Falle ist die Break-even-Grenze von 130 maßgebend. Demnach muss jeden zweiten Tag eine Messung durchgeführt werden, damit die Kosten des Gerätes erst einmal verdient sind. „Für Allgemeinpraxen ist diese Untersuchungsmethode aus wirtschaftlicher Sicht in aller Regel nicht geeignet“, meint Bör. Somit bleibt bei Behandlungsbedarf nur die Zuweisung zu geeigneten Spezialisten.

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