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Praxis 17. August 2005

Wann rentieren sich Laserbehandlungen?

Die hohen Anschaffungskosten von Lasergeräten erfordern eine exakte Planung der notwendigen Auslastung.

In der letzten Ausgabe von Praxis & Wirtschaft wurde eine Privatleistung durchkalkuliert, die „unter der Aufsicht des Arztes“ durchgeführt werden muss. In der Praxis übernehmen solche Behandlungen geschulte Assistentinnen, der Arzt befindet sich auf Abruf bei normalem Ordinationsbetrieb.

Stundenumsatz des Arztes

Behandlungen von Haut- und Gefäßveränderungen mittels Laser können von dermatologisch tätigen Ärzten angeboten werden, sie sind ausschließlich vom Arzt selbst durch-zuführen. Aus diesem Grund muss die Kalkulationsgrundlage auf den Stundensatz des Arztes zugeschnitten sein. Die durchschnittlichen Berechnungen belaufen sich auf einen Stundenumsatz von 160 Euro im Normalbetrieb einer Ordination, wobei ein Gewinn von 80 Euro pro Stunde entsteht.„Die Anschaffungskosten sind enorm“, so Ing. Michael Bör, Ärzteausstatter aus Wien. „Neben der Grundausstattung mit zwei bis drei Lasergeräten ist der Laserschutzkurs zu absolvieren, zwei bis drei Tage eigene Schulung sind obligatorisch.“ Laser sind serviceanfällig, und der Behandlungsraum muss genauen Vorgaben entsprechen. Die Erstinvestition ist mit 150.000 Euro in Summe nicht zu hoch gegriffen. Dieses Volumen will erst einmal verdient sein. Immerhin entspricht es einer jährlichen Abschreibung von 30.000 Euro. Auf der anderen Seite sind solche Behandlungen auch lukrativ. Je nach Indikation, lässt sich eine Komplettbehandlung um 500 bis 4.000 Euro anbieten, wobei pro Patient bis zu zehn Stunden in bis zu sechs Sitzungen notwendig sind.

Außerhalb der Ordinationszeit

Wird mit 2.000 Euro Behandlungshonorar für zehn Stunden kalkuliert, dann bleibt ein Stundensatz von 200 Euro für Kostendeckung und Gewinn. Da bei solchen Behandlungen kein Personaleinsatz notwendig und der Arzt selbst eine Stunde lang beschäftigt ist, sollten diese nur außerhalb der regulären Ordinationszeiten angeboten werden. Ansonsten fressen die anfallenden Kosten den ganzen möglichen Gewinn. Die Break-even-Rechnung ergibt, dass sich die Investition mit 15 Patienten pro Jahr amortisiert hat, bei 30 Patienten entsteht ein zusätzlicher Gewinn von 30.000 Euro. Das klingt zwar verlockend, ist aber in Relation zur Zeit zu setzen. Immerhin sind 300 zusätzliche Arbeitsstunden erforderlich, damit ein zusätzlicher Gewinn von 100 Euro pro Stunde entsteht. Man erkennt an diesem Beispiel die finanzielle Problematik von Leistungen, die vom Arzt selbst durchzuführen sind. Hierbei muss für eine Rentabilität der vier- bis zehnfache Stundenumsatz erwirtschaftet werden im Vergleich zur Durchführung durch eine Assistentin. Verschärft wird diese Problematik durch die Größenordnung der Investitionen. „150.000 Euro sind nicht wenig. Ich kann daher nur empfehlen, auch auf dem Gebrauchtmarkt Angebote einzuholen“, sagt Bör. Laserbehandlungen lassen sich aus genau diesen Gründen wesentlich rentabler in geeigneten Kooperationen durchführen. Wenn in einem Ärztezentrum beispielsweise ein Laserraum mit Geräten von drei Ärzten verwendet werden kann, bedeutet das eine drastische Reduktion des Stundenkostensatzes. Bör: „Damit erreicht man bereits nach wenigen Behandlungen ein würdiges Betriebsergebnis.“

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