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Praxis 17. August 2005

Die heimlichen Rendite-Killer

Für den Investor zählt unter dem Strich der erzielte Nettoertrag. Doch viele Kostenkomponenten bei Investmentfonds sind meist nur mangelhaft transparent.

Die unsichtbaren Kaufspesen, genannt Ausgabeaufschlag, betragen im Durchschnitt bei Aktienfonds fünf, bei Anleihefonds drei Prozent. Bei gemischten Aktien-Anleihen-Fonds sind es zwischen drei und fünf Prozent. Problematisch ist die Bezeichnung Ausgabeaufschlag. Finanztechnisch betrachtet handelt es sich in den meisten Fällen nämlich um einen Abschlag. Bei einer Anlagesumme von beispielsweise 10.000 Euro gehen bei fünf Prozent Ausgabeaufschlag 500 Euro verloren. Lediglich die verbleibenden 9.500 Euro werden investiert. Auf die Investitionssumme betrachtet, beträgt der Aufschlag reale 5,26 Prozent. Bei Sparplänen wird bei jeder Zahlung ein Agio einbehalten. Im Gegensatz zu Einmalerlägen ist dies meist unverhandelbar. Besonders bei einer kurzen Laufzeit wirkt sich das Agio relativ stärker auf die Rendite aus, da sich die Einzahlungen zeitlich strecken und somit weniger Zeit bleibt, dass sich die anfänglichen Kosten amortisieren. Bei einer Spardauer von drei Jahren verringert sich die Performance von angenommenen zehn Prozent allein durch das Agio auf 6,88 Prozent bei vierteljährlichen Sparzahlungen und bei monatlichen Zahlungen sogar auf 6,77 Prozent.

Die Performance-Killer

Zu den geläufigsten internen Fondskosten zählen die Entlohnungen für das Fondsmanagement. Diese fallen laufend an und sind in den Fondsprospekten bzw. Rechenschaftsberichten genau angeführt. Diese Management-Fees bewegen sich normalerweise zwischen 0,5 und 1,5 Prozent, je nach Fondstyp. Manchmal wird zusätzlich zu den fixen prozentualen Managementgebühren pro Jahr eine performanceabhängige Entlohnung eingehoben. Beim Erwerb über eine Bank entkommt man den Depotgebühren nur schwer. Bei ausländischen Fonds werden inklusive 20 Prozent Umsatzsteuer bis zu 0,6 Prozent pro Jahr verrechnet, hauseigene Fonds sind dafür oft depotgebührenfrei. Eine deutliche Reduktion der Depotgebühren erreicht man durch Kauf über eine Direktbank.

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