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Praxis 17. August 2005

Letzter Aufruf für Investitionen

Wenn auch die Ausführung etwas seltsam war, hat der Finanzminister doch wieder einmal eine „konjunkturbelebende“ Maßnahme gesetzt, die nach nunmehr drei Jahren zum Jahresende ausläuft: die so genannte Investitionszuwachsprämie.

Allein der Name lässt ein abstraktes Regelwerk vermuten. So kann bis einschließlich heuer eine staatliche Prämie für Investitionen unter bestimmten Bedingungen ausgezahlt werden, die das Investitionsvolumen des letzten Dreijahresschnitts übersteigen. Ein Beispiel: Wurden in den Jahren 2001 bis 2003 insgesamt 15.000 Euro investiert, beträgt der Jahresschnitt 5.000 Euro. Wird nun 2004 ein Volumen von 20.000 Euro getätigt, ist der 5.000 Euro übersteigende Teil (also 15.000 Euro) als Investitionszuwachs prämien-begünstigt.

Echte Steuergutschrift

Das bestraft zwar jene Steuerpflichtigen, die durch kontinuierliche Investitionen schon immer die Konjunktur am Leben erhalten haben, doch das tut nichts zur Sache. Wenn die Investitionen geltend gemacht werden, steht im Gegensatz zu Investitionsanreizen früherer Jahre nicht ein steuerlicher Absetzbetrag ins Haus, sondern eine echte Steuergutschrift von zehn Prozent des begünstigten Volumens. Allerdings sind auch noch andere Voraussetzungen zu erfüllen: Es muss sich nämlich um ungebrauchte, körperliche, abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens handeln. Beispiele dafür sind eine EDV-Anlage, medizinische Geräte oder Einrichtungsgegenstände.

Nicht zu den prämienbegünstigten Wirtschaftsgütern zählen

Gebäude und geringwertige Wirtschaftsgüter. Werden diese jedoch aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben, kann die Prämie geltend gemacht werden. Größter Effekt kommt bei Neugründungen zum Tragen Auch PKW und Kombi zählen nicht zu den begünstigten Investitionen, außer es handelt sich um so genannte Fiskal-LKWs. Eine Liste dieser Kleinbusse und Fiskal-LKWs gibt es beim Finanzministerium, abrufbar im Internet unter: www.bmf. gv.at/steuern/umsatzsteuer/verordnungen. Wird ein Unternehmen im Jahr 2004 neu gegründet, beträgt der Investitionsdurchschnitt der letzten drei Jahre im Regelfall Null. In diesem Fall steht für die gesamten Investitionen des Jahres die Prämie in Höhe von zehn Prozent zu. Die Investitionszuwachsprämie wird mit einem gesonderten Formular (E108e) geltend gemacht und durch das Finanzamt am Abgabenkonto gutgeschrieben.

Keine Rückzahlungspflicht

Es besteht die Möglichkeit, die Prämie bereits nach Ablauf des Jahres geltend zu machen, auch wenn die Steuererklärung wesentlich später abgegeben wird. Das Gesetz enthält keine Bestimmung über eine Rückzahlungspflicht, falls die Investition bald nach Anschaffung wieder ausscheidet. In Summe ist die Investitionszuwachsprämie eine interessante Steuerbegünstigung, die nach Möglichkeit in Anspruch genommen werden sollte. Dies wird auch heuer wieder dazu führen, dass gerade im Herbst allfällige Investitionsvorhaben forciert werden, um die auslaufende Prämie noch zu lukrieren. Um einem finanziellen Chaos durch möglicherweise überhastete Entscheidungen vorzubeugen, seien die Grundregeln von Finanzierungen nochmals in Erinnerung gerufen. Bei allen Finanzierungsfragen in Ordinationen ist die so genannte Fristenkonformität von Bedeutung: Die Dauer der Finanzierung sollte auf die geplante Nutzungsdauer einer Investition abgestimmt werden. Das bedeutet für die Anschaffung von Geräten, dass die Finanzierung auf maximal fünf Jahre angelegt werden sollte. Damit beantwortet sich auch die Frage nach der Finanzierungsart von selbst. Aufgrund der kurzen Fristigkeit kommt nur ein Ratenkredit oder ein Leasing in Frage. Diese beiden Finanzierungsformen sind in etwa gleichwertig, maßgeblich ist die Qualität des Angebots, also der Zinssatz.
Für derart kurze Finanzierungen werden üblicherweise keine Fremdwährungen verwendet. Diese Kredite sind interessant, wenn es sowohl einen deutlichen Zinsvorteil gibt als auch ein minimales Wechselkursrisiko. Die Zinsunterschiede zum Euro liegen bei etwa zwei Prozent pro Jahr vor Steuer, da darf sich ein Kurs innerhalb von fünf Jahren nicht stark zum Negativen bewegen, um den Vorteil zunichte zu machen oder umzukehren. Bei der Finanzierung von Ordinationseinrichtung mit einer Abschreibedauer von zehn Jahren gibt es geteilte Meinungen. Zehn bis 15 Jahre sind hier als Zeitraum angemessen. In diesem Bereich sind Fremdwährungskredite nicht unüblich, eine Finanzierung kann durchaus auch endfällig erfolgen.

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