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Praxis 17. August 2005

Anspruch auf Zuschuss zur Entgeltfortzahlung

Hat ein Dienstnehmer einen Unfall mit nachfolgendem Krankenstand, zahlt der Dienstgeber das Entgelt weiter. Wann und wie lange ein Zuschuss gewährt wird, sollten Arbeitgeber wissen.

„Zuschussberechtigt sind zunächst alle Dienstgeber, auch die von Lehrlingen und geringfügig Beschäftigten, wenn im Unternehmen des Dienstgebers regelmäßig weniger als 51 Dienstnehmer beschäftigt sind“, präzisiert Helmuth Mayer aus Schladming, Steuerberater der GfB-Gruppe. Voraussetzungen dafür sind, dass die Dienstnehmer bei der AUVA versichert sind, die Arbeitsverhinderung länger als drei aufeinander folgende Tage dauert, das Entgelt fortgezahlt und – selbstverständlich – ein entsprechender Antrag gestellt wird.

Zuschuss zeitlich begrenzt

Der Zuschuss beträgt laut Mayer 50 Prozent des tatsächlich fortgezahlten Entgelts für längstens 42 Kalendertage und wird für Arbeits- und Privatunfälle und daraus resultierende Krankenstände geleistet. Ebenso erfolgt eine Leistung bei Berufskrankheiten. Nach dem Unfall ist sofort eine Meldung auszufüllen. Diese hat durch den Arbeitgeber binnen fünf Tagen nach dem Ereignis zu erfolgen, sofern die Unfallmeldung nicht durch Arzt oder Krankenhaus direkt vorgenommen wurde.

Antrag schriftlich einreichen

Der Antrag auf „Zuschuss zur Entgeltfortzahlung“ ist bei der jeweils für den Dienstgeber zuständigen AUVA per Post oder per Fax einzureichen. Das erforderliche Formular kann auch aus dem Internet unter www.auva.sozvers.at unter „Kundenservice - Formulare“ heruntergeladen werden, ebenso die dazugehörigen Infos.„Werden von der AUVA zu Unrecht geleistete Zuschüsse an den Dienstgeber bezahlt, so hat sie das Recht, diese zurückzufordern“, betont Mayer. „Bei Vorliegen berücksichtigungswürdiger Umstände, beispielsweise schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse, kann die AUVA auf die Rückforderung ganz oder teilweise verzichten oder die Rückzahlung in Teilbeträgen zulassen.“

AUVA unterstützt Prävention

Aktivitäten gibt es auch in der Prävention, beispielsweise dem Arbeitsschutz und der Ausbildung. Hier bietet die AUVA umfassende Unterstützung durch Unfallverhütung und Bekämpfung von Berufskrankheiten, Arbeitsmedizin und Betreuung für erste Hilfe. Nach einem Schadensfall sorgt die AUVA für Unfallheilbehandlung mit allen geeigneten Mitteln, ganzheitliche Rehabilitation sowie Entschädigung. Alle angeführten Leistungen werden durch die AUVA aus einer Hand erbracht, was Koordination, Straffung von Verwaltungsvorgängen, Transparenz und Kosteneinsparungen ermöglicht.

Bemessungsgrundlage ist entscheidend

Bei einer schweren gesundheitlichen Beeinträchtigung durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit haben Versicherte oder Angehörige Anspruch auf Geldleistungen aus der sozialen Unfallversicherung. Dies sind insbesondere Versehrtenrente, Integritätsabgeltung, Hinterbliebenenrente, Witwenbeihilfen sowie Teilersatz für Bestattungskosten. Für die genannten Geldleistungen der Unfallversicherung ist die Bemessungsgrundlage entscheidend. In der Regel ist es die Summe der Arbeitsverdienste im Kalenderjahr vor dem Unfall bis zur Höchstbeitragsgrundlage.

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