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Praxis 17. August 2005

Endfällige Kredite regelmäßig prüfen

Wer am Ende der Kreditlaufzeit keine böse Überraschung erleben möchte, sollte sich von seinem Berater regelmäßig die Auszahlungsprognose revidieren lassen.

„Vor gut zehn Jahren wurden die endfälligen Finanzierungen so populär, dass man sich nicht nur bei den Modellanbietern, sondern auch bei Klienten unbeliebt machte und bestenfalls als konservativer und unbeweglicher Kassandro galt, wenn man auf Risiken und Kehrseiten hinwies“, so Horst Jünger, Steuerberater und Ärztespezialist aus Innsbruck. Doch die Zeiten haben sich geändert. „Heute würde ein Keiler, der einem Arzt vorschlägt, einen billigen Kredit aufzunehmen und damit bombensichere und bombenertragreiche Wertpapiere zu kaufen, wohl umgehend vor die Tür gesetzt“, ist Jünger überzeugt. Andererseits gab es aber natürlich auch verantwortungsbewusste Modelle, insbesondere bei betrieblichen Finanzierungen. Die Zinsen – nicht nur in den beliebten Kreditwährungen Yen und Franken, sondern auch in Euro – sahen eine noch nie dagewesene, lange und extreme Tiefzinsphase. Auch der eine oder andere Kursgewinn konnte eingefahren werden. Allerdings sahen die Börsen das Platzen diverser Blasen von new economy bis dot.com und auch eine jahrelange Flaute bei den sogenannten konservativen Aktien.

Auch Kapitalanlagen erwirtschaften weniger

Die niedrigen Kreditzinsen und eventuellen Kursgewinne sind natürlich eine tolle Sache. Andererseits aber haben auch die Versicherungen und die Fondsgesellschaften in dieser Zeit nicht jene Ertragsmöglichkeiten vorgefunden, die man noch vor zehn oder fünf Jahren erwarten durfte.

Hält die Auszahlungsprognose?

Die Kehrseite der angenehm niedrigen Zinsen ist, dass die Versicherungen oder die Fonds sehr wahrscheinlich am Ende deutlich weniger auszahlen werden als prognostiziert wurde. Will man daher am Ende der Kreditlaufzeit nicht die böse Überraschung erleben, dass der Kredit aus dem so genannten Tilgungsträger nicht voll zurückgezahlt werden kann, so empfiehlt es sich, von seinem Berater regelmäßig die Auszahlungsprognose revidieren zu lassen. Dadurch kann es notwendig werden, dass entweder regelmäßige Teiltilgungen des Kredites eingeführt oder die Ansparraten im Tilgungsträger erhöht werden. „Zumindest sollte man aber laufend Ersparnisse bilden“, rät Jünger, „nämlich aus der Differenz dessen, was man ursprünglich als Kreditzinsen erwarten musste und den effektiv bezahlten Zinsen.“ Wer also beispielsweise 100.000 Euro finanziert, müsste bei einer normalen Kreditvariante in Euro mittelfristig mit etwa fünf Prozent kalkulieren. Nun kann es sein, dass man sich durch eine Fremdwährungsfinanzierung mit einem Prozent Zinsen im Vergleich 4.000 Euro pro Jahr an Zinsen spart.

Sicherheitspolster ansparen

Jeder Kreditnehmer sollte so kalkuliert haben, dass er auch einen „normalen“ Kredit bedienen kann. Ergo müssen die gesparten 4.000 Euro auch tatsächlich übrig bleiben. Sie sollten daher auch gezielt für den Fall der Fälle angespart werden – nämlich dass der Tilgungsträger nicht das hält, was prognostiziert wurde. Wer diese simple Maßnahme umsetzt, wird bei der Kredittilgung kaum Probleme haben.

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