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Praxis 21. November 2005

An der Kostenschraube drehen

In gar nicht so wenigen Arztpraxen stagnieren die Einnahmen oder zeigen rückläufige Tendenz. Möglichkeiten, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens „Arztpraxis“ zu steigern, sind gefragt.

Grundsätzlich bieten sich zwei Ansatzpunkte an, die allerdings beide nicht unbedingt sehr leicht umsetzbar sind. Jede Arztpraxis – außer jene in den technischen Fächern – ist geprägt von Fixkosten für Miete, Personal, Strom, Gas und Leasingraten, um nur einige zu nennen. Dazu kommen variable Kosten, z.B. für Büro- und Behandlungsmaterial oder Telefon. Diese Kosten sind davon abhängig, ob die Ordination in Betrieb ist oder nicht.
Der eine Ansatz zur Wirtschaftlichkeitssteigerung liegt also im Einsparpotential bei den fixen oder variablen Kosten. Der andere Ansatz, der vielleicht noch schwieriger umzusetzen ist, geht von der Steigerung der Attraktivität der Praxis aus. Dies sollte sich in steigenden Umsätzen äußern, sei es durch Einführung von Zusatzleistungen, vor allem außervertraglicher Natur, Forcierung von Gesundenuntersuchungen oder schlicht dadurch, dass das vorhandene
Personal besser und effizienter eingesetzt wird.
Dabei geht es oft um die grundlegende Einstellung des Arztes und seine Fähigkeit, betriebswirtschaftlich zu denken. Nur wenige Ärzte haben eine Wirtschafts- oder gar eine Marketingausbildung genossen und wissen, wie sie sich am besten in Szene setzen, um wirklich ein nach außen hin tolles Unternehmen zu führen.
Der im Gegensatz zur Kostenreduktion „angenehmere“ Ansatz zur Steigerung der Effizienz ist und bleibt die Erhöhung des Umsatzes bei gleichbleibendem Zeiteinsatz und – damit verbunden – erhöhter Lebensqualität. Bei allen diesen Überlegungen darf natürlich nicht vergessen werden, dass gerade der Beruf des Arztes nicht nur nach wirtschaftlichen Grundsätzen ausgeübt werden darf, sondern die Ethik im Vordergrund zu stehen hat, die das Berufsbild stark prägt.
Man darf jedoch auch die Kostenseite nicht außer Acht lassen. Hier bieten sich in einigen Bereichen Einsparpotenziale und Verbesserungsmöglichkeiten an (siehe Kasten). Eines muss dem Arzt als Unternehmer jedenfalls klar sein: Jedes Kostensparen stößt auch auf seine Grenzen. Um eine Ordination als Dienstleistungsbetrieb für seine Patienten in guter Qualität zu führen, ist ein gewisser Kapitaleinsatz erforderlich. Es muss deshalb sehr sanft an das Thema „Kostensparen“ herangegangen werden. Erfolgreich ist nicht der, der die geringsten Kosten hat, sondern der, der die ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen am effizientesten einsetzen kann.

Fragen an den Autor?
Mag. Manfred Kenda,
Die Steuerberater, Klagenfurt

Mag. Manfred Kenda, Ärzte Woche 22/2004

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