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Praxis 17. August 2005

Kostencheck mit Hausverstand

Am Anfang steht der Plan, eine Praxis zu gründen. Doch wie realistisch sind die gesteckten Ziele? Hausverstand ist meist der beste Ratgeber bei der Berechnung des Machbaren.

Neben den Erfordernissen eines eingespielten Rechnungswesens ist es für jeden Unternehmer hilfreich, Grundkenntnisse der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung zu haben. Diese werde vom Schwierigkeitsgrad her oft überschätzt, meint der Steuerberater Mag. Rudolf Siart. Eigentlich entsprächen die Grundsätze lediglich dem gesunden Hausverstand. Besonders wichtig seien einfach gehaltene Investitions- und Deckungsbeitragsrechnungen: „Es macht sich bezahlt, wenn man die wesentlichen Punkte in einem Günstigkeitsvergleich durchrechnet“, so Siart.

Vor Praxisgründung sind immer einige wesentliche wirtschaftliche Fragen zu klären: In aller Regel wird ein Jungarzt vor dem Schritt zur Selbständigkeit das Gespräch mit einem bereits niedergelassenen Kollegen suchen, um erste Informationen einzuholen. Parallel dazu sollte bereits in dieser Phase ein Experte, etwa ein Steuerberater, zu Rate gezogen werden. Das Ergebnis eines solchen Gespräches ist in aller Regel eine Liste mit konkret zu treffenden Maßnahmen.

Realistische Kreditsumme

Um das gesteckte Ziel zu erreichen, ist laut Siart neben einem allenfalls vorhandenen Eigenkapitaltopf abzuklären, welche Kreditsumme aufgenommen werden muss. Der springende Punkt dabei ist, wie schwer oder wie leicht die Rückzahlungen zu bewerkstelligen sind. Dies hänge von der Laufzeit und anderen konkreten Ausgestaltungen des Kreditvertrages ab, aber auch von der Entwicklung der Ordination im Erlös- und Kostenbereich. Für eine Vorausschau empfiehlt es sich, eine Grobaufstellung der Einnahmen und Ausgaben in Form einer einfachen Planungsrechnung zu machen. „Man sollte sich davon nicht abschrecken lassen, das gehört anfangs dazu“, so Siart. Solange eine zielorientierte Planung erfolge, seien die Karten gut. Planungsrechnungen machen aber nicht nur beim Aufbau einer Ordination Sinn, sondern auch im laufenden Betrieb. Wer eine bereits laufende Praxis übernimmt, hat es vielfach wesentlich leichter, sich ein Bild von der zukünftigen Ertragslage der Ordination zu verschaffen. In aller

Regel wird es Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen der Vorgänger geben. „Diese muss man sich im Detail ansehen“, empfiehlt der Steuerberater. „Ist man als Arzt vom Einsatz von Apparaten abhängig, sollte auch das Anlagenverzeichnis genauer unter die Lupe genommen werden.“ Dem Anlagenverzeichnis sei zu entnehmen, wie alt die Geräte sind, was sie ursprünglich gekostet haben und wie sie ausgabenwirksam – über die Abschreibung – in der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zu Buche schlagen.

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