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Praxis 21. November 2005

Steuertipps für die EDV-Finanzierung

In der Kürze liegt die Würze, lautet die Formel für die Entscheidung zur Finanzierung einer EDV-Anlage für die Ordination. Eine effiziente Laufzeit ist sowohl bei Ratenkredit als auch bei Leasing durchwegs gegeben.

Wie bei allen Finanzierungsfragen in Ordinationen stellt sich die Frage nach der so genannten Fristenkonformität. Die Dauer einer Finanzierung sollte daher auf die geplante Nutzungsdauer einer Investition abgestimmt werden. Das bedeutet für die Anschaffung von Praxis-EDV, dass die Finanzierung auf vier bis maximal fünf Jahre angelegt werden sollte.

Der Zinssatz als Kriterium

Damit beantwortet sich auch die Frage nach der Finanzierungsart von selbst: Es kommt aufgrund der kurzen Fristigkeit nur ein Ratenkredit oder ein Leasing in Frage. Diese beiden Finanzierungsformen sind in etwa gleichwertig; ausschlaggebend ist die Qualität des Angebots, also letztlich des Zinssatzes. Manche Programmanbieter offerieren – ähnlich wie beim Autokauf – ein Operating-Leasing, das angeblich große steuerliche Vorteile bietet. Solche Angebote müssen genau überprüft werden, da sie oft viel zu teuer sind. Sie können für jene Anwender von Vorteil sein, die ihre Anlage in wenigen Jahren „verheizen“ wollen. Für einen Anwender, der die EDV-Anlage als Wirtschaftsgut der Ordination betrachtet und sie rentabel so lange wie möglich nutzen will, kommt diese Angebotsform eigentlich nicht in Frage. Die Nutzung von Computern in Arztpraxen ist steuerlich ohne Probleme möglich, bei Anschaffungen beträgt die steuerliche Nutzungsdauer im Regelfall vier Jahre. Im Einzelfall kann auch eine kürzere Abschreibedauer argumentiert werden, dafür empfiehlt sich allerdings eine Absprache mit dem Steuerberater. Sämtliche mit dem EDV-Einsatz verbundenen Kosten wie Wartung und Internet sind ebenfalls als Betriebsausgabe abzugsfähig, es besteht lediglich die Möglichkeit, dass das Finanzamt sich die Prüfung eines eventuell vorhandenen Privatanteils vorbehält. Für Hausapotheker ist eines wichtig: Investitionen und Kosten, die direkt dem Hausapothekenumsatz zuzuordnen sind, z.B. Haus­apothekenmodul bei Softwarekauf, unterliegen zur Gänze dem möglichen Vorsteuerabzug. Hier sollte auf korrekte Rechnungslegung geachtet werden.

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