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Praxis 17. August 2005

EDV-Leasing hat auch Vorteile

Leasing wird als Finanzierungsform für EDV-Anlagen immer beliebter. Unterschiedliche Varianten sind möglich.

Beim Leasing wird dem Leasingnehmer vom Leasinggeber ein Investitionsgut zur Verfügung gestellt, das dieser gegen Entrichtung von Raten für einen bestimmten Zeitraum nutzen darf. Das Eigentum am Leasinggegenstand verbleibt beim Leasinggeber. „Die Frage, ob Kauf oder Leasing günstiger ist, kann auf Grund der individuell verschieden zu behandelnden Fälle nicht pauschal beantwortet werden“, sagt Mag. Elmar Gassner von der GfB Treuhand in Liezen. Jedoch sind einige Vorteile des Leasing generell gültig.

Keine Sicherheiten benötigt

Im Gegensatz zum Kauf muss der Leasingnehmer nämlich lediglich eine Rate zahlen, um über eine vollkommen funktionierende Computeranlage verfügen zu können, ohne dabei auf einmal eine meist erheblich hohe Summe für die Gesamtkosten aufbringen zu müssen. So ist die Anschaffung von modernen EDV-Anlagen und der aktuellen Software auch in Zeiten von schwacher Liquidität möglich. Die schon bestehenden Kreditrahmenverträge bei den Banken müssen für die Anschaffung einer neuen EDV-Anlage nicht in Anspruch genommen werden, was wiederum bedeutet, dass keine neuerlichen Sicherheiten vorhanden sein müssen.
Da Leasingverträge meist eine eher kurze Laufzeit haben und die anfallenden Raten oft gänzlich steuerlich absetzbar sind, fallen in den ersten Jahren höhere Betriebsausgaben an als durch die Abschreibung. Dies wiederum bedeutet, dass der Gewinn und die Steuern vermindert werden. Auch sind die Aufwendungen leicht kalkulierbar, was für eine Finanzplanung wichtig ist. Bei EDV-Anlagen ist es laut Gassner üblich, dass die Leasinggesellschaft neben der Finanzierung auch noch andere Leistungen, beispielsweise Wartungen, Schulungen oder technische Beratungen, erfüllt.

Operating-Leasing wie Miete

Es gibt zwei Möglichkeiten der Ausgestaltung eines Leasingverhältnisses. Beim Operating-Leasing ist der Leasingnehmer als reiner Mieter anzusehen, das Leasingverhältnis kann von beiden Seiten jederzeit gekündigt werden. Der Leasinggeber übernimmt das volle Risiko sowie sämtliche Service- und Versicherungsverpflichtungen. Alle dem Leasingnehmer im Rahmen dieses Vertragsverhältnisses anfallenden Aufwendungen können von ihm steuerlich voll als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. „Diese Form des Leasings wird vor allem bei kurzer Vertragsdauer herangezogen“, so Gassner. Bei mittel- und längerfristigen Finanzierungen wird die Form des Financial-Leasing angewendet. Diese Vertragsform ist meist mit einer beiderseitigen Unkündbarkeit ausgestaltet. Daher ist es auch erforderlich, eine genaue Laufzeit zu vereinbaren. Diese muss, damit die Aufwendungen steuerlich absetzbar sind, zwischen 40 und 90 Prozent der gewöhnlichen Nutzungsdauer liegen. Bei der Anschaffung einer EDV-Anlage empfiehlt es sich laut Gassner daher durchaus, eine Leasingvariante in Betracht zu ziehen. Allerdings sollte dabei bereits im Vorhinein abgewogen werden, welche Form des Leasing die für den jeweiligen Einzelfall günstigste ist.

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