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Von Mag. Susanne Glawatsch, MEDplan
 
Praxis 14. November 2014

Alimente können steuerlich abgesetzt werden

Steuern in der Praxis

Die Regelbedarfssätze für Unterhaltsleistungen für das kommende Jahr wurden bereits angepasst.

Scheiden tut weh – und billig ist es auch nicht. Vor allem, wenn Kinder im Spiel sind. Nach einen Urteil bzw. Vergleich sind die Zahlungsverpflichtungen für Kinder eindeutig – ansonsten gelten die Regelbedarfssätze. Kommt der Unterhaltspflichtige seinen Zahlungsverpflichtungen nach, dann kann er steuerlich den Unterhaltsabsetzbetrag geltend machen.

Im Streitfall läuft es so: Die Höhe der Unterhaltsleistungen für Kinder als Folge einer Trennung der Eltern wird mittels gerichtlichem Urteil oder Vergleich bzw. einer behördlichen Festsetzung bestimmt. In allen anderen Fällen, in denen eine behördliche Festsetzung der Unterhaltsleistungen nicht vorliegt, sind die Regelbedarfsätze anzuwenden. Die monatlichen Regelbedarfsätze werden jährlich per 1. Juli angepasst und sind in der Tabelle 1 zusammengefasst.

Unterhaltsabsetzbetrag

Für all jene, die solche Zahlungsverpflichtungen treffen, gibt es als steuerliches Bonbon den Unterhaltsabsetzbetrag. Für die Geltendmachung des Unterhaltsabsetzbetrages von

• 29,20 € für das erste Kind,

• 43,80 € für das zweite Kind,

• 58,40 € für das dritte und jedes weitere Kind

gilt Folgendes: Liegen weder eine behördlich festgelegte Unterhaltsverpflichtung noch ein schriftlicher Vertrag vor, dann bedarf es der Vorlage einer Bestätigung der empfangsberechtigten Person. Aus dieser sollte das Ausmaß des vereinbarten Unterhalts und das Höhe des tatsächlich bezahlten Unterhalts hervorgehen. In allen Fällen steht der Unterhaltsabsetzbetrag nur dann für jeden Kalendermonat zu, wenn die vereinbarte Unterhaltsverpflichtung in vollem Ausmaß erfüllt wird und die Regelbedarfsätze nicht unterschritten werden. Damit für steuerliche Belange unterjährig keine unterschiedlichen Beträge zu berücksichtigen sind, müssen die nunmehr gültigen Regelbedarfsätze für das gesamte Kalenderjahr 2015 herangezogen werden.

Unterhaltsverpflichteter ist, wer für ein nicht haushaltszugehöriges Kind – für das weder dem Unterhaltsverpflichteten noch seinem mit ihm im selben Haushalt lebende Partnerin Familienbeihilfe gewährt wird – nachweislich den gesetzlichen Unterhalt (Alimente) leistet. Im Unterschied zum Kinderabsetzbetrag wirkt sich der Unterhaltsabsetzbetrag erst im Nachhinein bei der Arbeitnehmerveranlagung aus.

Für Kinder, die außerhalb des EU-/EWR-Raums oder der Schweiz leben, kann der Unterhaltsverpflichtete außergewöhnliche Belastung geltend machen. (s.Tab. 2)

Abzugsposten Kinderbetreuung

Neben dem Unterhaltsabsetzbetrag steht dem Unterhaltsverpflichteten ein Steuerprivileg zu, das vor allem auch für Besserverdienende interessant ist. Konkret kann ein Elternteil für die Betreuung eines Kindes bis zum zehnten Lebensjahr einen Betrag in Höhe von 2.300 Euro pro Jahr und Kind als außergewöhnliche Belastung absetzen. Während andere Abzugsposten wie etwa Versicherungsprämien ab einem bestimmten Einkommen nicht mehr greifen, kann der Aufwand für die Kinderbetreuung zu einer beachtlichen Steuerersparnis führen.

Mag. Susanne Glawatsch ist geschäftsführende Gesellschafterin der Steuer- und Unternehmens- beratungskanzlei MEDplan.

susanne. glawatsch@ medplan.at

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