zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 14. November 2014

Karrierechancen verbessern

Europäische Förderungen für Forschung im Ausland: Die Marie Sklodowska-Curie Maßnahmen.

Internationale Mobilität gehört mittlerweile zum fixen Bestandteil einer erfolgreichen Karriere in der Forschung. Das größte europäische Programm zur Unterstützung von Mobilität und Karriere-Entwicklung von Forschenden bilden die Marie Sklodowska-Curie Maßnahmen.

Die Marie Sklodowska-Curie Maßnahmen sind benannt nach der polnisch-französischen doppelten Nobelpreisträgerin. Auch der wissenschaftliche Austausch zwischen akademischem und nicht-akademischem Sektor (zu letzterem zählen z. B. Unternehmen, aber auch Museen, Spitäler, Ministerien u.a.) wird in diesem Programm gefördert.

Individualstipendien

Eine der wichtigsten Marie Sklodowska-Curie Maßnahmen sind die Individualstipendien („Individual Fellowships“). Sie richten sich an erfahrene Forschende, d. h. Personen mit Ph.D. (nicht M.D.) oder mindestens vier Jahren Forschungserfahrung nach Beendigung des Studiums, die einen Forschungsaufenthalt im Ausland durchführen möchten. Dabei dürfen die Forschenden innerhalb der letzten drei Jahre nicht mehr als zwölf Monate im zukünftigen Gastland gelebt oder gearbeitet haben. Auch Forschende, die nach einer Pause einen Wiedereinstieg in die Forschung anstreben oder die nach einem längeren Aufenthalt in einem außer-europäischen Land wieder in Europa arbeiten möchten, können sich für ein Individualstipendium bewerben. Bei erfolgreicher Evaluierung des Projektes erhalten die Forschenden ein ein- bis dreijähriges Fellowship, das u.a. auch Kosten für Trainings- und Reiseaktivitäten enthält. Die zukünftige Forschungseinrichtung kann sowohl im akademischen als auch im nicht-akademischen Sektor tätig sein und sich innerhalb oder auch außerhalb Europas befinden.

Wie in allen Marie Sklodowska-Curie Maßnahmen ist die Auswahl des Forschungsthemas frei. Die zukünftigen Fellows definieren das Thema in Zusammenarbeit mit der zukünftigen Forschungseinrichtung. Auch Vorbereitung und Einreichung des Antrags erfolgen gemeinsam.

Innovative Training Networks

Die Ausbildung von Nachwuchsforschenden (d. h. in den ersten vier Jahren ihrer Forschungskarriere und ohne Doktorat) ist im Fokus der sogenannten Innovative Training Networks. Im Rahmen dieses Programms können sich Organisationen aus verschiedenen Ländern um Förderung für gemeinsame Forschungsausbildungs- und/oder Doktoratsprogramme bewerben.Die Zusammenarbeit zwischen dem akademischen und dem nicht-akademischen Sektor sowie die Kombination aus forschungsbezogener und Ausbildung im Bereich „transferable skills“ (z. B. Kommunikation, Projektmanagement etc.) sollen zentrale Elemente dieser Programme sein. Die Förderung beinhaltet sowohl bis zu dreijährige Fellowships für die Nachwuchsforschenden als auch Beiträge zu Kosten für Trainings- und Reiseaktivitäten und das Management des Programms.

Research and Innovation Staff Exchange

Eine weitere wichtige Maßnahme im Rahmen von Marie Sklodowska-Curie ist der Research and Innovation Staff Exchange (RISE). Hier werden gemeinsame Forschungs- und Innovationsprojekte zwischen Forschungseinrichtungen im akademischen und nicht-akademischen Sektor bzw. zwischen Europa und Drittländern gefördert. Der Wissenstransfer erfolgt durch gegenseitigen Personalaustausch, Netzwerkaktivitäten und gemeinsame Workshops und Konferenzen. Nähere Informationen zu allen Maßnahmen unter: www.ffg.at/content/msca.

Siehe auch "Forschungsaufenthalt ohne Kompromisse"

Dr. Yasmin Dolak-Struß ist Expertin für die Marie Sklodowska-Curie Maßnahmen im Bereich Europäische und Internationale Programme der FFG – Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH.

Yasmin Dolak-Struß, Ärzte Woche 47/2014

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben