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Von Mag. Susanne Glawatsch, MEDplan
 
Praxis 26. September 2014

Kosten anderer von der Steuer absetzen

Steuern in der Praxis

Sonderausgaben für Partner und Kinder geltend machen.

Die – wenigen – Abzugsposten, die Sie als Steuerpflichtiger geltend machen können, haben grundsätzlich eines gemeinsam: Die Kosten müssen Sie Ihnen persönlich entstanden und von Ihnen gezahlt worden sein. Doch auch hier bestätigen die Ausnahmen die Regel.

Es gibt im Bereich der Sonderausgaben und der außergewöhnlichen Belastungen Kostenpositionen, die Sie auch dann absetzen können, wenn Sie diese für Angehörige absetzen. So können Sonderausgaben im Rahmen der eigenen Höchstbeträge auch für den (Ehe-)Partner, die (Ehe-)Partnerin oder für die Kinder (sofern Familienbeihilfe bezogen wird) geltend machen.

Sonderausgaben

Konkret heißt das: Wenn Sie für Ihren Ehepartner oder Ihr Kind Kranken-, Unfall-, Renten- oder Lebensversicherung bezahlen, sind das Sonderausgaben. Ebenso etwa der Kirchenbeitrag oder Aufwendungen für Wohnraumschaffung und Sanierung. Sie können diese Ausgaben geltend machen und bekommen dafür Geld vom Fiskus zurück.

Die Höhe der Steuerrückerstattung hängt dabei davon ab, um welche Sonderausgaben es sich im Detail handelt. Natürlich wurden auch Höchstgrenzen festgelegt. Die Höchstgrenze für diese Sonderausgaben hängt davon ab, ob Sie allein, mit Partner oder Kind(ern) sind (siehe Tabelle).

Besserverdiener und außergewöhnliche Belastungen

Bei höheren Einkommen (beginnend mit 36.400.– € jährlich) wird der absetzbare Betrag reduziert – ab € 60.000.– jährlich gibt es diese Sonderausgaben nicht mehr.

Im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen sind etwa folgende Kosten absetzbar, die für den (Ehe-) Partner bzw. für andere unterhaltsberechtigte Personen wie Eltern oder Kinder geleistet werden. Zu beachten ist, dass je nach Kostenart weitere steuerliche Voraussetzungen vorliegen müssen.

 

Außergewöhnliche Belastungen mit steuerlichem Selbstbehalt

• Krankheitskosten (Arzt- und Krankenhaushonorare, Kosten für Medikamente, Heilbehelfe, Zahnersatz bzw. Zahnbehandlung etc.)

• Begräbniskosten

• Kurkosten und Kosten für Alters- und Pflegeheim oder für die Hausbetreuung

Außergewöhnliche Belastungen ohne steuerlichen Selbstbehalt

• Aufwendungen zur Beseitigung von Katastrophenschäden

• Pauschalbetrag (€ 110.- pro Monat) für eine auswärtige Berufsausbildung des Kindes

• Kinderbetreuungskosten (bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr - bei behinderten Kindern bis zum vollendeten 16. Lebensjahr)

• Behinderungen: Abhängig vom Grad der Behinderung können für (Ehe-)Partner und Kinder neben den gesetzlich geregelten Pauschalbeträgen (Freibeträge) bestimmte behinderungsbedingte Aufwendungen geltend gemacht werden.

Mag. Susanne Glawatsch ist geschäftsführende Gesellschafterin der Steuer- und Unternehmens- beratungskanzlei MEDplan.

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