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Praxis 12. September 2014

So punkten Praxis-Webseiten

Mit professionellen Texten und den richtigen Keywords locken Sie Patienten auf Ihre Homepage.

Auch wenn die Praxis-Webseite noch so schick ist: Das Design hilft Arztpraxen nicht, wenn sie bei den Internet-Suchmaschinen hoch gelistet werden wollen. Viel wichtiger sind die Webtexte und die Schlüsselwörter, die es zu streuen gilt.

Obwohl für viele Praxisinhaber die Präsenz im Internet längst zu den wichtigsten Marketingmaßnahmen für die eigene Praxis zählt, tun sich viele mit einem professionellen Webauftritt noch schwer. Die gute Nachricht: Um die potenziellen Patienten, die online sind, zu erreichen, braucht es nicht unbedingt hohe monetäre Investitionen. Die Praxen müssen sich aber mit den Texten für ihren Webauftritt auseinandersetzen und Zeit investieren.

„Professionelle – im Sinne von qualitativ hochwertige – Webtexte sind das Gebot der Stunde“, erklärt Michael Firnkes, Blogger und Content-Berater, in seinem Buch „Professionelle Webtexte & Content Marketing – Handbuch für Selbstständige und Unternehmer“ (Carl Hanser Verlag). Denn die wohl wichtigste Suchmaschine Google setzt bei den Suchalgorithmen zunehmend auf Qualität.

Google hilft bei der Themenwahl

Qualität alleine hilft aber nicht, es muss ebenso eine gewisse Themenvielfalt und Aktualität her. Letzteres ist laut Firnkes der wichtigste Bestandteil der Online-Kommunikation. „Egal in welcher Branche Sie unterwegs sind [...], es wird immer zugehörige Informationen und Nachrichten geben, die Ihre Zielgruppe interessieren könnten“, schreibt er. Dabei hilft Google bei der Suche nach Themen, die Patienten aktuell beschäftigen: Wer die Suchmaschine öffnet und dann über die Icons „News“ aufruft, kann eine Suche unter den aktuellen Nachrichtenseiten starten. Schon das Suchwort „Gesundheit“ liefert einige spannende Ergebnisse.

Wer es genauer wissen will, kann unter Google-Trends ermitteln, welche Stichworte im Web häufig gesucht werden – samt verwandter Begrifflichkeiten. Zum Thema Arzt werden im Web etwa von den Nutzern oft „Öffnungszeiten“ oder „Notdienste“ recherchiert. Daraus lässt sich auch ablesen, welche Infos die Praxis als Mindestanforderung in ihrem Webauftritt nennen sollte.

Google bietet außerdem einen Keyword Planer. Für diesen Service müssen sich die Praxen allerdings zuvor anmelden. Keywords sind dabei nichts anderes als Schlüsselwörter, die bei den Suchmaschinen eher zu Treffern und einer Listung in den Suchergebnissen führen. Solche Keywords sollten durchaus in den Überschriften von Webtexten und im Text selbst gestreut werden, sagt Firnkes. Im medizinischen Bereich ist es in der Regel einfach, bestimmte Gesundheitsbegriffe im Text zu wiederholen. Firnkes warnt allerdings davor, die Keywords allzu inflationär zu streuen. Denn für diesen übertriebenen Manipulationsversuch werde man von den Suchmaschinen wiederum mit einem schlechteren Ranking abgestraft.

Umfrage im Wartezimmer und bei Kollegen

Das Erscheinen in den Suchmaschinen garantiert aber noch nicht, dass sich die Website-Besucher auf der Praxishomepage auch wohlfühlen und sich dort tatsächlich länger aufhalten. Hier muss zunächst die Themenauswahl stimmen. Und dazu sollte die Praxis erst einmal erörtern, welche Zielgruppen sie genau ansprechen will und welche Infos sich diese von der Praxis wünschen. Junge Patienten brauchen z. B. eine andere Ansprache als Senioren. Hier kann es helfen, einfach einmal ein paar Patienten zu befragen. Interessant ist auch: Welchen Service im Web wünschen sich Zuweiser und Kollegen? Auch hier kann eine kleine Umfrage wichtige Hinweise liefern.

Authentizität wird belohnt

Für Firnkes müssen gelungene Webtexte zudem Authentizität ausstrahlen. Das gelingt, indem der Betreiber nicht nur die Vorteile, sondern auch ehrlich Nachteile bzw. das Contra einer Dienstleistung oder eines Produktes nennt. Firnkes: „Sie schildern explizit, für wen sich Ihre Dienstleistung A eignet, erwähnen aber gleichzeitig, in welchen Fällen diese vielleicht doch zu weit gegriffen ist.“ Vielleicht nennt man sogar noch eine Variante B, die in diesem Fall besser zum Ziel führt. Außerdem sollte klar erkennbar sein, von wem ein Text stammt. Auch das schafft ein gewisses Vertrauen und mehr Seriosität.

Interessant für Patienten sind zudem Mehrwertleistungen: etwa Checklisten als Vorbereitung für bestimmte Untersuchungen, die wichtigsten Fragen (FAQ) zu bestimmten medizinischen Themen oder ein medizinisches Glossar. Und Praxen sollten mehr auf die interne Verlinkung innerhalb der eigenen Webtexte setzen. Das hat den Vorteil, dass Website-Besucher, die der gerade geöffnete Text nicht anspricht, eine Alternative haben und so die Website nicht sofort wieder verlassen.

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