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Von Mag. Susanne Glawatsch, MEDplan
 
Praxis 23. Juni 2014

Der Sommer ist zum Arbeiten da

Steuern in der Praxis

Schüler und Studenten haben viele Ferientage, und die kann man auch zum Geldverdienen nützen.

In den Sommermonaten werden sich wieder viele Jugendliche die ersten Sporen im Berufsleben verdienen. Dabei müssen vom Arbeitgeber grundsätzliche Regeln beachtet werden.

Der Ferialjob ist gut für den Lebenslauf, und auch für die Geldbörse. Dabei stellt sich jedoch regelmäßig die Frage, wie werden Praktikanten, die nur ein oder zwei Monate im Betrieb sind, vertraglich richtig beschäftigt?

Echte Ferialpraxis

Grundsätzlich werden echte Ferialpraktikanten im Rahmen eines Lehr- oder Studienplanes für die vorgeschriebene Dauer in einem Betrieb eingesetzt. Im Normalfall besteht dabei keine Arbeitsverpflichtung, keine Zeitgebundenheit und der Ausbildungszweck steht im Vordergrund. Das Ferialpraktikum kann nicht nur während der Ferienzeit, sondern während des ganzen Jahres absolviert werden. Kennzeichnend für eine Beschäftigung als Ferialpraktikant sind folgende Kriterien:• Es muss sich nachweislich um Schüler/Studenten eines bestimmten Fachs handeln, die im Betrieb entsprechend dieser Fachrichtung eingesetzt werden.

• Die praktische Tätigkeit im Betrieb muss dem Lern- und Ausbildungszweck des betreffenden Schultyps bzw. der Studienordnung entsprechen.

• Die Dauer des Ferialpraktikums richtet sich dabei nach den einschlägigen Ausbildungsvorschriften. Die Nachweise über die Ausbildungserfordernisse hat der Dienstgeber aufzubewahren.

• Der Ferialpraktikant erhält keine Geld- und/oder Sachbezüge bzw. hat auch keinen diesbezüglichen arbeitsrechtlichen Anspruch.

• Es besteht keinerlei persönliche Arbeitspflicht, keine Weisungs- und Kontrollunterworfenheit sowie keine organisatorische Eingliederung in den Betrieb.

• Im Mittelpunkt der Tätigkeit steht der Lern- und Ausbildungszweck und nicht die Arbeitsleistung.

Eine Einbindung in das Unternehmen ist in einem geringen Ausmaß zulässig, vor allem dann, wenn es um die Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen, Unterweisung wegen Verletzungsgefahr, Ordnungsvorschriften etc. geht. Echte Ferialpraktikanten sind unfallversichert, ohne dass der Arbeitgeber eine Beitragsleistung erbringen muss. Praktikanten im Hotel- und Gastgewerbe sind sozialversicherungsrechtlich immer echte Arbeitnehmer und unterliegen den Entlohnungsregelungen des Kollektivvertrages. Es ist ratsam, eine schriftliche Vereinbarung über das Vorliegen einer echten Ferialpraxis zu schließen.

Volontariat

Das Volontariat ist der echten Ferialpraxis sehr ähnlich mit dem Unterschied, dass keine Verpflichtung zur Ablegung eines Volontariats nach einem Lehr- oder Studienplan vorliegt.

Unechte Ferialpraxis

Im Vordergrund steht die Entlohnung, die Verpflichtung eine bestimmte Arbeitsleistung zu erbringen, Zeitgebundenheit, Integration in den Betrieb etc. (z.B. Urlaubsvertretung, Karenzvertretung).

Diese Ferialpraktikanten sind normale Arbeitnehmer, die für eine bestimmte Zeit im Betrieb arbeiten. Auf sie ist ein etwaiger Kollektivvertrag anzuwenden und es gelten alle arbeitsrechtlichen Bestimmungen wie etwa Urlaub, Entgeltfortzahlung, Entgeltregelungen. Sofern sie über der Geringfügigkeitsgrenze verdienen (2014: 395,31 € pro Monat) unterliegen sie der Vollversicherung. Bei der Beurteilung, ob ein echtes oder unechtes Ferialpraktikum vorliegt, ist immer das Ergebnis der Gesamtbetrachtung der tatsächlichen Tätigkeit entscheidend.

Mag. Susanne Glawatsch ist geschäftsführende Gesellschafterin der Steuer- und Unternehmens- beratungskanzlei MEDplan.

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