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Von Mag. Susanne Glawatsch, MEDplan
 
Praxis 23. Mai 2014

Neue Regeln für frischen Lack

Steuern in der Praxis

Seit Kurzem gibt es höhere Pkw-Sachbezugswerte. Für Luxuskarossen ändert sich allerdings nichts.

Sachbezüge sind Sachleistungen, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt zugesteht. Seit März 2014 gibt es indes höhere Sachbezugswerte für Pkws.

Wenn Sie als angestellter Arzt einen Vorteil aus Ihrem Dienstverhältnis ziehen, dann zahlen Sie in der Regel dafür Steuern. Gleiches gilt für die Angestellten eines niedergelassenen Arztes, die in den Genuss einer Vergünstigung wie etwa Dienstwagen, Dienstwohnung oder Essensmarken kommen. Im Steuerfachjargon heißen diese Vergünstigungen Sachbezüge. Ab März 2014 wurde die Höchstgrenze für den Pkw-Sachbezug auf 720,– Euro für den vollen und 360,– für den halben Sachbezug erhöht. Sachbezüge sind Sachleistungen, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt gewährt. Darunter fallen beispielsweise:

• Ein Dienstwagen zur privaten Nutzung

• Eine unentgeltliche Dienstwohnung

• Unentgeltliches bzw. verbilligtes Essen

Besteht für einen Arbeitnehmer – also Ordinationsmitarbeiter oder angestellten Arzt – die Möglichkeit, einen Pkw für seine Privatfahrten (hierzu zählen auch Fahrten zwischen Wohnung und Spital/Ordination) kostenlos zu benutzen, dann ist über die Lohnverrechnung ein Sachbezug als zusätzliches (fiktives) Arbeitsentgelt anzusetzen.

Sachbezüge sind in der Lohnverrechnung als Entgeltbestandteile bei Ermittlung der

• Beitragsgrundlage zur Sozialversicherung sowie der

• Lohnsteuerbemessungsgrundlage zu berücksichtigen.

Die Bewertung der Sachbezüge erfolgt nach der vom Finanzminister jeweils erlassenen Verordnung über die bundeseinheitliche Bewertung bestimmter Sachbezüge. Die Werte sind dem Bruttoentgelt hinzuzurechnen und erhöhen die Bemessungsgrundlage.

Sachbezug NEU seit März

Als monatlicher Sachbezug sind 1,5 Prozent der tatsächlichen Anschaffungskosten des Kraftfahrzeugs (einschließlich Umsatzsteuer und Normverbrauchsabgabe), max. 720,– Euro (bis 28.2.2014 600,– €), anzusetzen. Die Anschaffungskosten umfassen auch die Abgaben für Sonderausstattungen. Die Auslagen eines Autotelefons einschließlich Freisprechanlage sind jedoch nicht einzubeziehen. Bei Gebrauchtwagen ist auf den seinerzeitigen Listenpreis oder bei Nachweis auf den seinerzeitigen Anschaffungswert abzustellen. Bei geleasten Fahrzeugen wird der Sachbezugswert von den Anschaffungskosten berechnet, die der Berechnung der Leasingrate zugrunde gelegt werden.

Halber Sachbezug

Weiterhin gilt, dass nur 0,75 Prozent der Anschaffungskosten des Personenkraftwagens anzusetzen sind, sofern die monatlichen Privatfahrten nachweislich (Fahrtenbuch erforderlich!) nicht mehr als 500 Kilometer betragen („halber Sachbezug“). Als maximaler Sachbezugswert gilt hier ein Betrag von 360,– Euro.

Die neuen Höchstgrenzen sind anwendbar für Zeiträume ab dem 1.3.2014 und gelten auch für bereits in der Vergangenheit angeschaffte Pkw.

Punkto Luxus keine Änderungen

Beachten Sie, dass sich trotz der Erhöhung der Sachbezugshöchstgrenze die Höchstgrenze für die steuerlichen Anschaffungskosten von betrieblich genutzten Pkw nicht geändert hat. Sie dürfen daher weiterhin maximal 40.000.– Euro als steuerliche Anschaffungskosten von Pkw geltend machen.

Mag. Susanne Glawatsch ist geschäftsführende Gesellschafterin der Steuer- und Unternehmens- beratungskanzlei MEDplan.

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