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Von Mag. Susanne Glawatsch, MEDplan
 
Praxis 12. Mai 2014

Mehr Bildung, weniger Steuern

Steuern in der Praxis

Was versteht der Fiskus unter Aus-, Fortbildung und Umschulung?

Ihre Bildung liegt nicht nur Ihnen, sondern auch dem Fiskus am Herzen: So dürfen Sie alle Kosten, die Ihrem „beruflichen Fortkommen“ dienen, steuerlich absetzen. Wollen Sie sich in Ihrem Beruf auf dem Laufenden halten und etwa einen Fachkurs für Ihre Fortbildung besuchen, können Sie Kursgebühren, Skripten, Fachliteratur, einen PC und sonstige Arbeitsmittel absetzen. Auch Fahrtkosten und Taggelder werden als Steuerabzugsposten anerkannt.

Nehmen Sie dagegen Kurse zur Ausbildung in Angriff, verlangt das Finanzamt für die Absetzbarkeit, dass Sie sich in einem verwandten Beruf ausbilden. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Ein Elektrotechniker, der sich zum EDV-Techniker ausbilden lässt, erhält von der Finanz grünes Licht; will ein Koch in diese Branche einsteigen, bleibt ihm der Abzug versagt. Wenn Sie allerdings nicht nur einzelne Kurse, sondern eine komplette Umschulung in einen neuen Beruf planen, können Sie die Kosten sehr wohl absetzen.

Begriffe im Detail: Fort- und Ausbildung

Eine Fortbildung liegt vor, wenn bereits eine berufliche Tätigkeit ausgeübt wird und die Bildungsmaßnahmen (z. B. berufsbezogene Kurse, Seminare) der Verbesserung von Kenntnissen und Fähigkeiten in Ausübung dieser Tätigkeit dienen. Eine Ausbildung liegt vor, wenn die Bildungsmaßnahmen zur Erlangung von Kenntnissen dienen, die eine künftige Berufsausübung ermöglichen. Sie sind absetzbar, wenn sie im Zusammenhang mit einer zum aktuell ausgeübten Beruf verwandten Tätigkeit stehen. Studiert etwa ein promovierter Mediziner Pharmazie, gilt dies als abzugsfähig, da das Zweit- mit dem Erststudium qualifiziert verflochten ist.

Steht eine Bildungsmaßnahme im Zusammenhang mit der bereits ausgeübten Tätigkeit, ist eine Unterscheidung in Fort- oder Ausbildung nicht erforderlich, weil in beiden Fällen Abzugsfähigkeit gegeben ist. Aus- und Fortbildungskosten unterscheiden sich von der Umschulung dadurch, dass sie nicht „umfassend“ sein müssen, somit auch einzelne berufsspezifische Bildungssegmente abzugsfähig sind.

Absetzbare Umschulungskosten

Eine Umschulung liegt vor, wenn die Maßnahmen derart umfassend sind, dass sie einen Einstieg in eine neue berufliche Tätigkeit ermöglichen, die mit der bisherigen Tätigkeit nicht verwandt ist und auf die tatsächliche Ausübung eines anderen Berufes abgezielt wird.

Der Begriff Umschulung setzt voraus, dass schon eine berufliche Tätigkeit ausgeübt wird oder wurde. Beginnt etwa ein Student im Oktober 2013 mit dem Medizinstudium und nimmt im Februar 2014 seine Tätigkeit als Taxifahrer auf, können die Studienkosten ab 2014 als Umschulungskosten abgesetzt werden.

Tipp für Spitalsärzte oder Ordinationsmitarbeiter: Wenn Sie für einzelne Schulungsmaßnahmen bei Ihrem Finanzamt kein Gehör finden, reden Sie mit Ihrem Chef! Zahlt er Ihnen einen Kurs, sind die Ausgaben bei ihm in jedem Fall Betriebsausgabe. Zusätzlich kann er unter Umständen noch eine Bildungsprämie in Höhe von 6 Prozent in Anspruch nehmen. Wenn das kein überzeugendes Argument ist…

Mag. Susanne Glawatsch ist geschäftsführende Gesellschafterin der Steuer- und Unternehmens- beratungskanzlei MEDplan.

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