zur Navigation zum Inhalt
© MEDplan
Mag. Susanne Glawatsch, MEDplan
 
Praxis 5. Mai 2014

Was muss bald für Omis Garten berappt werden?

Steuern in der Praxis

Demnächst gibt es Neuerungen bei Grundstücksübertragungen.

Alles neu macht – in diesem Fall – voraussichtlich der Juni. Die Finanzverwaltung plant eine Änderung bei der Grunderwerbssteuer. Für Übertragungen innerhalb der Familie soll es demnach Entlastungen – für außerhalb dagegen zusätzliche Belastungen geben.

Im Jahr 2012 hob der Verfassungsgerichtshof die Regelung des Grunderwerbsteuergesetzes, wonach bei unentgeltlichen Grundstücksübertragungen (Schenkung, Erbschaft) als Bemessungsgrundlage der dreifache Einheitswert zur Anwendung kommt, als verfassungswidrig auf. Bis 1.6.2014 - so der Gerichtshof - hat der Gesetzgeber nun Zeit das verfassungswidrige Gesetz zu reparieren. Sollte es bis dahin zu keiner gesetzlichen Ersatzregelung kommen, käme uns das teuer zu stehen. Denn ab diesem Zeitpunkt wäre der Verkehrswert als Bemessungsgrundlage heranzuziehen.

Bei der unentgeltlichen Übertragung von Grundstücken (z.B. Erbschaft oder Schenkung) und Gebäuden ist die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer derzeit in der Regel der dreifache Einheitswert.

In Planung

Nun soll laut Finanzministerium zwischen Erwerben innerhalb und außerhalb des Familienkreises künftig unterschieden werden. Für Übertragungen innerhalb der Familie soll es demnach Entlastungen - für Übertragungen außerhalb des Familienverbandes dagegen zusätzliche Belastungen geben.

Voraussichtlich begünstige Besteuerung ab 1.6.2014:

• Übergaben im Familienkreis: Dreifacher Einheitswert auch bei Vorliegen einer Gegenleistung (z.B. Wohnrecht), überdies Deckelung des dreifachen Einheitswertes mit 30 Prozent des gemeinen Wertes.

• Land- und forstwirtschaftliche Übergaben: Einfacher Einheitswert und Nachfolgefreibetrag.

• Betriebsnachfolgen: Dreifacher Einheitswert + Nachfolgefreibetrag unabhängig von der Höhe der Gegenleistung (übernommene Betriebsschulden).

• Schenkungen des halben Wohnsitzes an den Ehegatten („Anschreiben des Ehegatten“): Steuerfrei auch bei Vorliegen einer Gegenleistung (z.B. übernommene Schulden).

• Anwachsung von Wohnungseigentumshälften gem. § 14 WEG im Erbfall: Dreifacher Einheitswert statt Übernahmepreis.

• Scheidungsvergleiche: Dreifacher Einheitswert auch bei Vorliegen einer Gegenleistung (z.B. übernommene Schulden).

Mehrbelastungen

Voraussichtlich höhere Besteuerung ab 1.6.2014:

• Schenkungen oder Übergaben an Personen außerhalb des (begünstigten) Familienkreises (etwa Großnichten/-neffen, nicht-adoptierte Kinder des Lebensgefährten): Verkehrswert.

• Grundstückseinlagen Gesellschaften ohne Anteilsgewährung außerhalb des UmgrStG: Verkehrswert.

• Stiftungen: Verkehrswert

• Abtretung von Optionen: Fraglich, ob weiterhin einfacher Einheitswert als Bemessungsgrundlage.

Keine Änderung

• Anteilsvereinigungen: dreifacher Einheitswert

• Umgründungen: zweifacher Einheitswert

Begünstigte Familienmitglieder sind Ehegatten; Eingetragene Partner (gleichgeschlechtliche Partnerschaften); Lebensgefährten (gemeinsamer Hauptwohnsitz); Verwandte in gerader Linie (z.B. Kinder, Enkel, Eltern); Verschwägerte in gerader Linie (Schwiegerkinder, Schwiegereltern); Stief-, Wahl- oder Pflegekinder (Stiefkind: Kind des Ehegatten oder eingetragenen Partners - aus einer früheren Ehe oder außerehelich; Wahlkind: Adoption laut §§ 191 ff ABGB Annahme an Kindesstatt; Pflegekind: Obsorge für das Kind laut §§ 184 f ABGB und deren Kinder und Ehegatten); Geschwister; Nichten und Neffen).

Mag. Susanne Glawatsch ist geschäftsführende Gesellschafterin der Steuer- und Unternehmens- beratungskanzlei MEDplan.

Mag. Susanne Glawatsch, MEDplan , Ärzte Woche 19/2014

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben