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Von Mag. Susanne Glawatsch, MEDplan
 
Praxis 28. April 2014

Back to the roots

Steuern in der Praxis

Die GmbH light im neuen ( = alten ) Gewand.

Selten wurde eine Erleichterung in so kurzer Zeit wieder „zurückgenommen“: Während erst Mitte des letzten Jahres die GmbH light mit einem Mindeststammkapital von 10.000 Euro ins Leben gerufen würde, wurde das GmbH-Mindeststammkapital mit 1. März 2014 wieder auf 35.000 Euro angehoben. In Folge betrGägt die gesetzliche Mindesteinzahlung auf das Stammkapital nun wieder 17.500 Euro. Ein Entgegenkommen wird es allerdings geben: Neue GmbHs werden eine „Gründerprivilegierung“ nützen können. Für die ersten zehn Jahre genügt eine Mindesteinlage von 5.000 Euro, dann muss aufgestockt werden.

Mitte 2013 wurde die GmbH neu geregelt. Das Mindeststammkapital wurde auf 10.000 Euro und die Mindesteinzahlung auf 5.000 Euro gesenkt.

Der Zustand hielt allerdings nur kurz an: Das GmbH-Mindeststammkapital wurde nun aber mit 1. März 2014 wieder auf 35.000 Euro angehoben, die gesetzliche Mindesteinzahlung auf das Stammkapital beträgt wieder 17.500 Euro . Die nachstehenden Erleichterungen bei Neugründungen bleiben jedoch erhalten.

Gründungsprivilegierung für GmbH-Neugründungen

Folgende Gründungsprivilegierung können in Anspruch genommen werden, wenn dies im Gesellschaftsvertrag so vorgesehen ist: Die Summe der (gründungsprivilegierten) Stammeinlagen aller Gesellschafter muss mindestens 10.000 Euro betragen. Darauf müssen mindestens 5.000 Euro bar eingezahlt werden. Sacheinlagen sind ausgeschlossen.

Während aufrechter Gründungsprivilegierung sind die Gesellschafter nur insoweit zu weiteren Einzahlungen auf die von ihnen übernommenen Stammeinlagen verpflichtet, als die bereits geleisteten Einzahlungen hinter den gründungsprivilegierten Stammeinlagen zurückbleiben.

Dies gilt auch für den Fall, dass während aufrechter Gründungsprivilegierung ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet wird. Die Gründungsprivilegierung endet spätestens zehn Jahre nach Eintragung der Gesellschaft im Firmenbuch. Gesellschaften, deren Stammkapital dann 35.000 Euro nicht erreicht, haben bis längstens 1. März 2024 eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Diese ist von den Eintragungsgebühren befreit.

Mindestkörperschaftsteuer bei Neugründungen

GmbHs, die nach dem 30. Juni 2013 errichtet wurden, kommen unabhängig von der Höhe des Stammkapitals in den Genuss einer reduzierten Mindestkörperschaftsteuer, die in den ersten fünf Jahren 500 Euro und in den folgenden fünf Jahren 1.000 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Mit dieser Neuregelung soll eine generelle steuerliche Erleichterung für GmbH- Neugründungen geschaffen werden, welche allerdings ohnehin nur zum Tragen kommt, wenn der Jahresgewinn nicht mehr als 2.000 bzw. 4.000 Euro beträgt.

Für vor dem 30. Juni 2013 gegründete GmbHs erhöht sich ab dem zweiten Quartal 2014 die Mindestkörperschaftsteuer jedoch wieder auf 437,50 Euro pro Quartal, womit für „Altgesellschaften“ im Endeffekt wieder der Status vor dem Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetz 2013 erreicht wird.

Gesellschaftsrecht und Betriebswirtschaft beachten

Beachten Sie, dass – unabhängig vom gesetzlichen Mindeststammkapital bzw. dem Mindesteinzahlungserfordernis – unbedingt für eine betriebswirtschaftlich sinnvolle und notwendige Eigenkapitalausstattung der GmbH zu sorgen ist. Liegt eine „Unterkapitalisierung“ der GmbH vor, kann auch ein Haftungsdurchgriff auf den Gesellschafter ohne Haftungsbeschränkung erfolgen. Die wirtschaftlich angemessene Stammkapitalhöhe hängt von der Art der Geschäftstätigkeit, den erforderlichen Investitionen, der notwendigen Finanzierung, dem Unternehmensrisiko, der Höhe der notwendigen Abdeckung von Startaufwendungen und Anlaufverlusten und vielem mehr ab.

Mag. Susanne Glawatsch ist geschäftsführende Gesellschafterin der Steuer- und Unternehmens- beratungskanzlei MEDplan.

Glawatsch S., Ärzte Woche 18/2014

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