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Praxis 10. März 2014

Gemanagte Vermögensverwaltung als Sparbuchalternative

IMAS-Studie: Mangelndes Wertpapierwissen ist die größte Hürde für Wertpapierveranlagungen.

Laut einer aktuellen IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen stuft jeder zweite Österreicher sein Wissen rund um Wertpapiere als mangelhaft (52%) ein. 40 Prozent der Befragten (900 Telefon-Interviews in ganz Österreich) wissen überhaupt nicht, was der Begriff „Wertpapiere“ bedeutet. „Hier ist dringend ein Know-How-Schub durch den Bildungsbereich, die Banken und Medien erforderlich“, fordert Peter Bosek, Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank.

Die langfristig niedrigen Geldmarktzinsen – der Leitzinssatz liegt nach der letzten Zinssenkung der europäischen Nationalbank bei 0,25 Prozent – sind seit Jahren die dauerhaften Begleiter von allen Sparern. 80 Prozent der Sparer sind sich auch bewusst, am Sparbuch aufgrund der niedrigen Zinslandschaft Geld zu verlieren. Dieser Trend wird sich auch mittelfristig fortsetzen. Da die geringen Renditen (1,7 – 1,8%) langlaufender Staatsanleihen mit sehr gutem Rating künftig nur moderat steigen werden, ist auch dieses Veranlagungsinstrument keine wirkliche Alternative, wenn es um das Erzielen höhere Erträge geht. Eine Möglichkeit, dem niedrigen Zinsniveau ein Schnippchen zu schlagen, sind gemanagte Vermögensverwaltungen, deren Volumen sich in der Erste Bank seit 2008 mehr als verdoppelt hat. Das alternative Anlagekonzept „You Invest“ bietet neben höheren Erträgen zusätzlich neue Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Anlegern und Fondsmanager.

Bescheidenes Wertpapierwissen der Österreicher

Welche Arten von Wertpapieren gibt es eigentlich? Diese Frage können vier von zehn Österreichern überhaupt nicht beantworten. Die übrigen 60 Prozent denken zuerst an Aktien (50%) und erst in zweiter Linie an Anleihen (21%), 17 Prozent assoziieren damit Fonds.

Ein offenbar sehr ehrliches Bild zeichnen die Befragten auch von ihrem eigenen Wissen zu diesem Thema: Würde man die Kenntnisse über Wertpapiere mit Schulnoten messen, so beurteilen sich die Österreicher zwischen „befriedigend“ und „genügend“. Zumeist befassen sich die heimischen Anleger erst ab ihrem 40. Lebensjahr mit alternativen Investments, Studenten haben mit Veranlagungen weniger am Hut. Auf die Frage, welche Informationsquelle die Anleger bevorzugen, antworten 79 Prozent bei ihrem Bankberater bzw. aus den Medien (51%). Mangelhaftes Wissen heißt aber noch nichts Negatives bei der Bewertung von Wertpapieren. 45 Prozent stehen der Geldanlage in Wertpapiere neutral gegenüber, 37 Prozent beurteilen diese mit „negativ“ oder „sehr negativ“, obwohl sie sich wenig bei dieser Thematik auskennen. „Langfristiger Vermögenserhalt und -aufbau ist besonders in diesem Umfeld ohne Wertpapierveranlagung nicht möglich“, betont Bosek. Beruhigend ob des geringen Wissensstandes sei die Tatsache, dass acht von zehn Österreichern Wertpapiere nur nach Beratung durch einen Experten kaufen wollen.

Hoher Einlagenstand vernichtet Zinsen

Aktuell liegen von privaten Haushalten etwa 61 Mrd. Euro als Sichteinlagen zum größten Teil auf Girokonten und warten auf eine bessere Veranlagung. 145 Mrd. sind Spareinlagen. Allein im Vorjahr hätte eine Umschichtung vom täglich fälligen Konto mit einer Habenverzinsung von 0,125 Prozent auf ein 12-Monate-Kapitalsparbuch– im Österreichschnitt mit 0,68 Prozent verzinst (Quelle: OeNB, Einlagenzinssätze von privaten Haushalten für 12-Monate im Jahr 2013) – den Anlegern einen Mehrertrag von rund 338 Millionen an Zinsen eingebracht. Bei einer Anlage in Wertpapiere wäre dieser Betrag noch um ein Vielfaches höher gewesen. Brachte doch eine gemanagte Vermögensverwaltung der Erste Bank in den letzten fünf Jahren durchschnittlich – je nach Risikoklasse – zwischen vier und neun Prozent Ertrag pro Jahr (= durchschnittliche Performance des Benchmark-Produktes „PremiumPlus“ zwischen 2009 und 2013).

Obwohl die große Mehrheit der Österreicher um den Realverlust am Sparbuch Bescheid weiß, hält nur ein Drittel Wertpapiere für das geeignete Mittel, um dagegen anzukämpfen. „Das Sparbuch ist für die kurzfristige Liquidität wichtig und notwendig. Ideal wären rund drei Monatsgehälter für unvorhergesehene Zahlungen (Waschmaschine, Autoreparatur ...) auf ein täglich fälliges Sparbuch zu legen. Für längerfristige Veranlagungen, die über der Inflationsrate (Jänner: 1,5%) liegen sollen, muss man aber das eigene Sparverhalten hinterfragen“, empfiehlt Bosek.

Mehr Ertrag bedeutet mehr Risiko

Auch wenn in Österreich das Sparbuch unter allen Anlageklassen seit Jahrzehnten auf Platz eins liegt, so machen sich in Zeiten niedriger Zinsen immer mehr Sparer Gedanken über Alternativen, besonders im langfristigen Bereich. 95 Prozent der heimischen Wertpapierbesitzer betrachten Wertpapierinvestments als mittel- bis langfristiges Engagement und sind keine „Zocker“, die auf kurzfristige Investmentstrategien fokussiert sind. Gerade beim Kauf von einzelnen Aktien ist sowohl in Europa als auch in den USA Vorsicht geboten, weil diese bereits über den historischen Kurs-Gewinnverhältnissen notieren oder 2013 neue Höchststände erreichten. So legte der amerikanische S&P500-Index um 28,45 Prozent zu, der DAX verzeichnete ein Plus von 25,48 Prozent. Während vor der Krise nach Branchen diversifiziert wurde, sei es nun vernünftiger, die Veranlagungsbeträge auf mehrere Assetklassen aufzuteilen „Besonders beliebt sind daher etwa unsere KEST-freien Wohnbauanleihen mit einem Volumen von 216 Mio. Euro oder Investmentfonds (750 Mio. veranlagtes Volumen)“, erklärt Thomas Schaufler, Vorstand der Erste Asset Management. Alleine im Jahr 2013 war das Emissionsvolumen der s-Wohnbaubank für Wohnbauanleihen doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Ein weiterer Trend geht seit Jahren hin zur gemanagten Vermögensverwaltung. Eine neue Möglichkeit, die eigene Veranlagung selbst zu konfigurieren, mit den Profis zu sprechen und über Wertpapierinvestments darüber hinaus das Wertpapier-Wissen zu verbessern, bietet das transparente Veranlagungsinstrument „You Invest“.

Transparente Geldanlage von Profis

You Invest ist eine neue Generation einer gemanagten Vermögensverwaltung. „Dabei geht es nicht nur darum, höhere Erträge als auf dem Sparbuch zu generieren, sondern auch um die Vermittlung von Wertpapier-Wissen“, erklärt Schaufler. Die Idee dabei ist, den Anlegern möglichst einfach und transparent jederzeit Informationen zu ihrer Veranlagung anzubieten. Egal, ob über Video, Blog oder Chat, kann man jederzeit den Fondsmanagern der Sparinvest Fragen stellen und Informationen bis ins kleinste Detail abrufen. „You Invest“ wird in Form von aktiv gemanagten Dachfonds in drei Risikostrategien „(solid“, „balanced“ und „active“) je nach Risikoneigung und Bedürfnissen des Kunden angeboten. Die Risikostufe „solid“ für konservative Anleger erzielte in den ersten vier Monaten eine Rendite von 1,5 Prozent, beim „active“-Portfolio (44% Aktien-, 39,6% Anleihenanteil) betrug die Rendite 1,81 Prozent. Darüber hinaus gibt es drei Vertragsarten – Einmalerlag, regelmäßige Einzahlungen zum Ansparen sowie die Möglichkeit, sich das veranlagte Kapital ab einem bestimmten Zeitpunkt, beispielsweise bei Pensionsantritt, in regelmäßigen Tranchen auszahlen zu lassen. Die Anlagestrategie zielt dabei auf das Erwirtschaften von stabilen Erträgen bei möglichst geringen Schwankungen ab. Durch das aktive Management werden die jeweils attraktivsten Anlagesegmente wie Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Aktien oder auch alternative Investmentstrategien laufend und flexibel angepasst. Ab einem Anlagevolumen von 10.000 Euro kann man in diese Produkte investieren. Es besteht aber auch die Möglichkeit, bei geringeren Summen mittels Ansparplan eine gemanagte Vermögensverwaltung in Anspruch zu nehmen. Das insgesamt veranlagte Fondsvolumen von You Invest liegt seit der Erstauflage am 4. November 2013 bei etwa 150 Mio. Euro.

M. Strausz, Ärzte Woche 11/2014

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