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Praxis 13. April 2006

Die Angst der Ärzte vor der Kommunikation

Psychologen und Soziologen sowie auch Mediziner selbst kritisieren die "Sprachlosigkeit" vieler Ärzte im Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden. Die Wurzel des Problems liege in der fehlenden Ausbildung der Medizinstudenten im Bereich der "Kommunikation mit Patienten". Dies wurde vergangene Woche bei einer Pressekonferenz der Kepleruniversität Linz festgestellt.

Anlass war die Herausgabe eines Sammelbandes "Medizinische Kommunikation auf dem Prüfstand - Wie sag’ ich’s meinem Patienten?" (Herausgeber Prof. Dr. Klaus Zapotoczky, Universitätsverlag Rudolf Trauner) mit Beiträgen von Psychologen, Soziologen, Ärzten und anderen Experten aus verschiedenen Gesundheitsbereichen. 

Unter anderem befasst sich Dr. Birgit Hladschik vom Institut für medizinische Psychologie der Universität Wien mit dem Problem der mangelnden kommunikativen Ausbildung der künftigen Ärzte: "In Österreich gibt es die gesetzliche Verpflichtung, die Patienten über Diagnose und Therapie aufzuklären, doch wird darauf im derzeitigen Medizinstudium kaum bis gar nicht eingegangen." So sei es "nicht verwunderlich, dass die Ärzte versuchen, diesen schwierigen Aufgaben auszuweichen". Obwohl bei den Patienten und auch deren Angehörigen der Wunsch nach entsprechender Aufklärung und nach dem Gespräch mit dem Arzt in starkem Maß vorhanden sei.

Es sei nötig, der Ausbildung kommunikativer Fertigkeiten sowie der Reflexion eigener Einstellungen und Haltungen bereits im Studium einen größeren Platz einzuräumen. Und nicht zuletzt müsse das "ärztliche Gespräch" auch entsprechend honoriert werden.

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