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© Oleksiy Mark / Getty Images/iStockphoto
Ärzte und das Internet: eine Frage des Vertrauens.
 
Praxis 20. November 2013

Drei Viertel der Ärzte zweifeln an Datensicherheit

Trotzdem geben 30 Prozent an, dass sie auf die Web-Dienste gar nicht mehr verzichten können.

Jeder dritte Arzt will in seiner Praxis auf Online-Dienste nicht mehr verzichten. Aber: Gerade einmal zehn Prozent sind davon überzeugt, dass Patienten- und Praxisdaten auch online sicher sind.

Elektronischer Datenaustausch ist auch im Gesundheitswesen längst gang und gäbe. Wenn es allerdings darum geht, dass sensible Praxisdaten über Onlinewege zugänglich gemacht werden oder hin- und herverschickt werden, bleiben Ärzte äußerst skeptisch.

Drei Viertel der niedergelassenen Ärzte vertrauen nur bedingt oder gar nicht auf die Sicherheit der Daten innerhalb von Online-Kommunikationsdiensten. So das Ergebnis einer gemeinsamen Umfrage von Springer Medizin / Ärzte Zeitung und CompuGroup Medical, an der sich fast 400 Ärzte beteiligt haben.

Rund 44 Prozent der Umfrageteilnehmer schenken Web-Diensten in Sachen Datenschutz und Übermittlungssicherheit gar kein Vertrauen. Nur zehn Prozent der Umfrageteilnehmer gaben dabei an, dass sie die Daten und Übermittlungswege bei der Online-Kommunikation für sicher halten.

Da wundert es nicht, dass die Mehrzahl der Praxen in Sachen Online-Service für Patienten nach wie vor zurückhaltend ist. Erst die Hälfte der Praxen der Teilnehmer verfügt über eine eigene Website. Aber immerhin rund 52 Prozent kommunizieren mit ihren Patienten bereits per E-Mail. Ob dies nun über herkömmliche oder verschlüsselte Mails geschieht, ist nicht bekannt.

Beim Recall dominiert das Telefon

Selbst beim Thema Patienten-Recall trauen sich viele Praxen an elektronische Medien noch nicht heran. 42 Prozent der Teilnehmer nutzen Recall-Verfahren, meistens werden die Patienten aber per Telefon an Vorsorge- und andere Termine erinnert. Nur acht Prozent nutzen hierfür E-Mails, fünf Prozent auch SMS.

Interessant ist, dass die Ärzte selbst erkennen, dass Online-Dienste in der Patientenkommunikation immer wichtiger werden. So sagen 30 Prozent, dass sie auf die Web-Dienste gar nicht mehr verzichten können, da diese einfach im Trend liegen. Rund 41 Prozent sind zudem der Meinung, dass die Online-Dienste die Erreichbarkeit der Praxis erhöhen. Für ein Fünftel der Umfrageteilnehmer steht fest, dass ihnen die Dienste helfen, Patienten an die Praxis zu binden. Rund 36 Prozent meinen auch, Online-Services würden nicht nur den Patienten, sondern ebenso Arztkollegen einen professionelleren Eindruck der Praxis vermitteln.

Spannend ist auch, dass über ein Viertel der Ärzte in den Services eine Entlastung fürs Team und 14 Prozent positive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Praxis sehen.

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