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Das Herzkatheterlabor ist ein Ort der vielfältigsten und komplexesten Interventionen in der Medizin geworden.

Prim. Univ. Doz. Dr. J. Pidlich, Ärztlicher Direktor LK Baden-Mödling, Prim. Univ. Doz. Dr. F.X. Roithinger, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin Mödling, DGKS R. Kofler, Pflegerische Leitung des Herzkatheterlabors Mödling, Dipl.-Ing. A. Zens, MBA, Regionalmanager Thermenregion NÖ Landeskliniken-Holding, DGKS K. Sacher, BSc, Interim. Stv. Pflegedirektorin LK Baden-Mödling.

 
Praxis 11. Oktober 2013

Qualität im KathLab ist eine Teamleistung

Der Erfolg eines interventionellen Eingriffs hängt nicht allein vom Können des Kardiologen ab. Die Abläufe im Katheterlabor bis hin zur Übergabe des Patienten an die Station müssen perfekt organisiert sein, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.


Qualitätssicherung im Katheterlabor ist ein absolutes Muss. Das betrifft nicht nur die Standardprozesse, sondern auch jene Situation, die von Komplikationen geprägt sind. „Gerade in diesem Fall ist es wichtig, dass die Zusammenarbeit aller am Eingriff beteiligten Mitarbeiter wie am Schnürchen läuft,“ betonte Prim. Univ.-Doz. Dr. Franz Xaver Roithinger, Leiter der Abteilung Innere Medizin, Landesklinikum Baden Mödling, anlässlich der 24. Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft, Arbeitsgruppe Assistenz- und Pflegepersonal im Hotel Schloss Weikersdorf, Baden.

Zwei Tage lang diskutierten Kardiologen und kardiologisches Assistenzpersonal über die Voraussetzungen für eine reibungslose Zusammenarbeit im Katheterlabor. Knapp 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Österreich folgten der Einladung des Teams der Abteilung für Innere Medizin Mödling rund um Prim. Roithinger und der pflegerischen Leitung des Herzkatheterlabors DGKS Ruth Kofler, und nutzten die Gelegenheit, um bei interaktiven Fallpräsentationen und Diskussionen ihr Expertenwissen zu vertiefen und sich im Bereich „Interdisziplinäres Qualitätsmanagement“ fortzubilden.

Das Motto : Gemeinsam an einem Strang ziehen

Das Herzkatheterlabor ist mittlerweile ein Ort der vielfältigsten und komplexesten Interventionen in der Medizin geworden. „Um unsere Patientinnen und Patienten optimal behandeln zu können, sind kontinuierliches Qualitätsmanagement und interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen ärztlichem, pflegerischem und technischem Personal besonders gefragt“, erklärt Prim. Roithinger die Idee zum Motto der diesjährigen Jahrestagung „Interdisziplinäres Qualitätsmanagement“ und „Troubleshooting“.

Den Veranstaltern war es besonders wichtig, die Tagung möglichst praxisbezogen zu gestalten. So wurden einige, komplizierte Fälle vorgestellt, anhand derer interaktiv nach gemeinsam Lösungsstrategien gesucht wurde. Dazu gab es Vorträge zum neuesten Stand der Medizin und Wissenschaft zum jeweiligen Thema.

Bei Form und Aufbau der Vorträge spiegelte sich die hohe Interdisziplinarität wider, ebenso bei der Besetzung des Expertenpodiums, dem Ärztinnen und Ärzte, Pflege- und Assistenzpersonal sowie Qualitätsmanagerinnen und -manager angehörten.

Dass die Jahrestagung der Arbeitsgruppe Assistenz- und Pflegepersonal der ÖKG diesmal vom Team des Herzkatheterlabors in Mödling organisiert wurde, hat Signalcharakter. „Unser Katheterlabor ist seit 2011 - als eines der ersten in Österreich - ISO-zertifiziert“, zeigt sich DGKS Ruth Kofler vom Nutzen der Qualitätssicherung überzeugt. „Die ISO-Zertifizierung war für uns ein wichtiger Schritt, weil damit unser Streben nach Qualitätssicherung offiziell anerkannt wurde.“

Der Zertifizierung ging ein kontinuierlicher Prozess voraus, an dem alle Beteiligten intensiv mitgearbeitet haben. ISO 9001:2008 ist ein internationales Format der Prozess- und Struktur-orientierten Qualitätsicherung, die nicht nur auf das Herzkatheterlabor Bezug nimmt, sondern die Abläufe und Gegebenheiten des gesamten Krankenhauses mit einbezieht. Dieses QM System umfasst die allgemeine Qualitätspolitik, die Bereitstellung von Ressourcen, im Besonderen personelle Ressourcen, Kompetenz und Schulung, Infrastruktur und Arbeitsumgebung. Sie beschreibt Prozesse und Standards, ihre Dokumentation und verlangt die ständige Anpassung der Standards und Prozesse an neue oder veränderte Gegebenheiten.

Troubleshooting will gelernt sein

„Komplikationen können nicht immer vorausgesehen werden. Umso wichtiger ist es, nach dem Auftreten eines unerwünschten Ereignisses dieses im Team aufzuarbeiten, sind sich Doz. Roithinger und DGKS Kofler einig. In diesem Rahmen können wichtige Erfahrungen weitergegeben werden. Denn auf manche Komplikationen kann man sich vorbereiten, - so etwa auf das häufige Auftreten von Bradykardien im Rahmen einer Wiedereröffnung der rechten Koronararterie. „Da sollte das Atropin schon bereit liegen, bevor diese Rhythmusstörung auftritt,“ bringt Kofler als Beispiel dafür, wie wichtig praxisbezogene Schulung für kardiologisches Assistenzpersonal ist.

DGKS Kofler verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der standardisierten Dokumentation. „Für jeden Patienten, der im Katheterlabor untersucht oder behandelt wird, wird ein Interventionsprotokoll angelegt, in dem alle Geschehnisse genau festgehalten werden. Beim Rücktransfer des Patienten kommt dieses Protokoll mit, ergänzt durch eine mündliche Übergabe. Das Stationspersonal ist somit immer bestens informiert. Der Schnittstellenproblematik wird so besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Neben den verschiedenen Fallpräsentationen und Podiumsdiskussionen gab es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch die Möglichkeit, an Workshops teilzunehmen und beispielsweise Angiografien und interventionelle Eingriffe an einem Simulator zu trainieren. Gleichzeitig bot die Jahrestagung auch ausreichend Zeit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung mit den Teams der Herzkatheterlabore aus ganz Österreich.

Unter der Schirmherrschaft der Kardiologischen Gesellschaft

Die Möglichkeit, diese Jahrestagung zu organisieren, zeigt einmal mehr den besonderen Stellenwert des Herzkatheterlabors am Standort Mödling sowie auch die Position als eines der führenden Herzzentren in Niederösterreich“, gratuliert Prim. Univ. Doz. Dr. Johann Pidlich, Ärztlicher Direktor LK Baden-Mödling, zur gelungenen Veranstaltung.

Die Jahrestagung für kardiologisches Assistenz- und Pflegepersonal unter der Schirmherrschaft der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft wird jedes Jahr von einem anderen Klinikum in Österreich organisiert. Nach der Universitätsklinik Salzburg und dem Krankenhaus der Elisabethinen Linz durfte im heurigen Jahr das Landesklinikum Mödling als Gastgeber fungieren.

Quelle: 24. Jahrestagung für kardiologisches Assistenzpersonal, September 2013, Baden

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