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Praxis 18. Juli 2013

Wiener Abtreibungsärztin: Ordination geschlossen

Wegen "Gefahr in Verzug" und "Gefahr für das Leben und die Gesundheit von Patientinnen".

Die Ordination jener Wiener Allgemeinmedizinerin, welche in den vergangenen Jahren (bis zu Jahrzehnten) eine Quasi-Abtreibungsklinik mit dort beschäftigten Gynäkologen betrieben hat, ist geschlossen. Das gab die Leiterin der zuständigen Wiener Magistratsabteilung 40, Renate Christ, Dienstagabend gegenüber der APA bekannt.



Dies bedeutet, dass in den Räumlichkeiten keine ärztlichen Leistungen mehr erbracht werden dürfen. Bereits am vergangenen Freitag war der Ärztin in Wien-Neubau die Berufsbefugnis temporär entzogen worden. Die Schließung erfolgte - so Renate Christ - wegen "Gefahr in Verzug und wegen der Gefahr für das Leben und die Gesundheit von Patientinnen".

Dienstagnachmittag hatten sich in der Ordination in Wien-Neubau - seit vielen Jahren für Affären bekannt - Experten der Magistratsabteilung 40, der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer sowie der Ärztekammer-Gesellschaft für Qualitätsmanagement ÖQMed - eingestellt. Die MA40 prüfte, wieder einmal, die hygienischen Bedingungen. Die ÖQmed begutachtete die fachspezifischen Qualitätsstandards (z.B. Vorliegen von Belegen für die Fortbildung, Einrichtung, Hygieneverordnung, Mitarbeiterschulung etc.). "Die ÖQmed hat die fachspezifischen Qualitätsbedingungen überprüft, auf der Basis dieser Überprüfung hat die MA40 die Sperre veranlasst", erklärte man bei den Wiener Behörden.

Laut der Wiener Patientenanwältin (von der Gemeinde Wien bestellt) Sigrid Pilz waren in den vergangenen vier Jahren 16 Mal Frauen von der Ordination wegen Komplikationen mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht worden. Sieben Frauen mit Komplikationen hätten sich an sie gewandt.

Abseits der aktuellen Debatte gibt es in Österreich derzeit eine Diskussion, wer die (Kassen-)Patienten vertritt. Die Bundesländer haben eigene "Patientenanwälte" installiert, die Wiener Ärztekammer ließ vor kurzem mit dem ehemaligen Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, einen Patientenombudsmann per SMS wählen. Auch die sozialen Krankenkassen haben in der Vergangenheit immer wieder betont, sie wären die Vertreter der Patienten.

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