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© Doreen Salcher / fotolia.com
 
Praxis 6. Juli 2013

Sommerhitze kann zum Laptop-Killer werden

Datenverlust schon ab 35 Grad: wie Notebook & Co gesund durch die Ferien kommen.

Mit dem Tablet am Strand oder mit dem Laptop auf der sonnigen Almwiese – davon können die Ingenieure von Datenretter Attingo nur dringend abraten. Die wenigsten mobilen Geräte sind für den sommerlichen Freiluftbetrieb geeignet, sondern nur für klimatisierte Büroräume.

Wie eine Untersuchung von Hersteller-Spezifikationen ergeben hat, sind die gängigen Notebooks und Tablets je nach Bauart nur auf eine Betriebstemperatur von maximal 35 Grad Celsius ausgelegt. Die sommerliche Hitze-Problematik trifft genauso PCs und Server, wenn auch auf anderem Niveau. „Mit ein paar Sonnenstrahlen sind hohe Temperaturen schnell erreicht“, warnt Nicolas Ehrschwendner, Geschäftsführer des Datenrettungsspezialisten Attingo. „Die wenigsten Anwender sind informiert, dass ihre mobilen Geräte de facto nicht für den sommerlichen Freiluftbetrieb geeignet sind, sondern eigentlich für klimatisierte Büroräume.“

Auch ein kurzes Lagern im parkenden Pkw kann zum Fiasko werden. Eine Testmessung von Attingo – zur Mittagszeit an heißen Tagen auf Pkw-Armaturen – ergab eine Hitzebelastung von 90 Grad Celsius.

Ansteigen der Datenverlust-Fälle

In der Praxis halten viele Geräte höhere Betriebstemperaturen eine Zeit lang aus, bis es schließlich zu einem unerwarteten Datenverlust kommen kann. Die Auftragsbücher der Datenretter bestätigen: An heißen Sommertagen werden die Spezialisten um ein Vielfaches öfter gerufen als bei Durchschnittswetter. Der Grund: Festplatten arbeiten mit empfindlichen Schreib-/Leseköpfen im Nanometerbereich und reagieren auf Hitze mit Materialausdehnung. Dies kann zu einem Headcrash führen, wodurch gespeicherte Daten für Laien nicht mehr auslesbar sind. „Die gute Nachricht ist, dass wir solcherart verlorene Daten mit unseren Recovery-Verfahren meist vollständig wiederherstellen können“, so der Attingo-Chef.

Auch Vorsicht mit SSD

Wer moderne Laptops mit robusten SSD anstelle von Festplatten verwendet, sollte trotzdem auf der Hut sein. Zwar vertragen SSD bis zu 70 Grad Celsius Betriebstemperatur, aber die übrigen elektronischen Komponenten eines Laptops nicht, sodass die 35-Grad-Grenze auch hier nicht überschritten werden sollte.

KMU sparen am falschen Platz

In mittelständischen Unternehmen ist der Hitzefaktor in der warmen Jahreszeit Datenverlust-Ursache Nummer eins. „Nicht ausreichend gekühlte Serverräume sind bei KMU eher die Regel als die Ausnahme – hier wird am falschen Platz gespart“, meint Ehrschwendner. Wichtig sei, dass defekte Datenträger nicht mehr unter Strom gesetzt werden, da dies den Materialschaden erhöhe und die Datenrettung erschwere.

Fünf Tipps für den Sommer

  • Tablets, Laptops oder externe Festplatten niemals in der Sonne braten lassen,
  • bei mobilen Geräten den „Sofa-Effekt“ vermeiden, also die Lüftung nicht blockieren,
  • für Notebooks, PCs und Server zusätzliche Lüfter verwenden,
  • Lüftungsschlitze von Staub befreien,
  • Geräte bei Temperaturunterschieden kurz ruhen lassen.

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