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Abb.: Genau 17.295 österreichische Paare haben sich im vergangenen Jahr scheiden lassen.

 
Praxis 1. März 2013

Wenn sich die Wege trennen …

Wann steht ein Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag zu?

Genau 17.295 österreichische Paare haben sich im vergangenen Jahr scheiden lassen. Für die meisten von ihnen gilt: Scheiden tut weh. In erster Linie natürlich emotional. Aber auch finanziell ist die Trennung von Tisch und Bett nicht immer einfach.

Weder Prozesskosten noch Unterhaltszahlungen für den geschiedenen Partner sind grundsätzlich Steuerabsetzposten. Für geschiedene Väter sind Alimente für die Kinder auch nicht abzugsfähig. Es steht ihnen allerdings im Jahr ein Unterhaltsabsetzbetrag von € 350,40 für das Erste, € 525,60 für das Zweite und € 700,80 für jedes weitere Kind zu. Dies natürlich unter der Voraussetzung, dass sie ihren Verpflichtungen – wie vom Gericht festgesetzt – in vollem Ausmaß nachkommen und keine Familienbeihilfe beziehen. Zudem muss das Kind ständig im Inland (EU/EWR/Schweiz) wohnen.

Diesen Absetzbetrag erhält man aber nicht laufend (wie etwa die Familienbeihilfe) ausbezahlt, sondern muss ihn in der Steuererklärung geltend machen.

Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag

Alleinverdiener ist ein Steuerpflichtiger mit mindestens einem Kind, der mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet und von seinem unbeschränkt steuerpflichtigen Ehegatten oder eingetragenem Partner nicht dauernd getrennt lebt oder der mehr als sechs Monate mit einer unbeschränkt steuerpflichtigen Person in einer Lebensgemeinschaft lebt. Wird daher jemand im ersten Halbjahr geschieden, verliert er den Alleinverdienerabsetzbetrag und damit € 494 jährlich bei einem Kind, € 669 bei zwei Kindern und zusätzlich € 220 für das dritte und jedes weitere Kind, für das er Familienbeihilfe erhält.

Wenn Sie nicht den Alleinverdienerabsetzbetrag in Anspruch nehmen können, dann kommen Sie unter Umständen in den Genuss des Alleinerzieherabsetzbetrages. Dieser hat die gleiche Höhe wie der Alleinerzieherabsetzbetrag und steht Ihnen zu, wenn Sie mehr als sechs Monate im Kalenderjahr für mindestens ein Kind Familienbeihilfe bezogen haben und mehr als sechs Monate im Kalenderjahr nicht verheiratet waren. Mit einem Kind gibt es € 494, mit zwei Kindern € 669 und für das dritte und jedes weitere Kind € 220 dazu. Bei sehr geringem Einkommen, bei dem sich der Alleinerzieherabsetzbetrag nicht auswirken würde, bekommen Sie den Absetzbetrag sogar ausbezahlt (sogenannte Negativsteuer).

Für kinderreiche Familien gibt es zudem den sogenannten Mehrkindzuschlag. Dieser beträgt monatlich € 20 und gebührt ab dem dritten Kind, wenn das jährliche Familieneinkommen des Vorjahres € 55.000 nicht überschritten hat. Das Einkommen des geschiedenen Partners wird nur dann dazugerechnet, wenn dieser mehr als sechs Monate im gemeinsamen Haushalt gelebt hat.

Achtung bei Liegenschaftsvermögen

Aus steuerlicher Sicht ist bei Scheidungen vor allem die Aufteilung von Liegenschaften ein heikles Thema. Zahlt ein Partner den anderen aus, kann das nämlich einkommenssteuerliche Konsequenzen haben. Im Zuge der Vermögensaufteilung sollten Sie sich deshalb umfassend beraten lassen.

Wobei wir Ihnen jedoch wünschen, dass Sie und Ihr Partner diese Überlegungen NIE anstellen müssen.

 
Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetragjährlichmonatlich
Der Alleinverdiener/Alleinerzieherabsetzbetrag beträgt:
mit einem Kind € 494,00 € 41,17
mit zwei Kindern € 669,00 € 55,75
für jedes weitere Kind erhöht sich dieser Betrag um € 220,00  

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