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Praxis 4. Februar 2013

Fondsausblick 2013

Rückenwind für Investmentfonds aufgrund Niedrigzinsumfeld.

Im Vorjahr hat die Fondsbranche einen starken Akzent gesetzt und das Fondsvolumen deutlich ausgeweitet. Das von den heimischen Fondsgesellschaften (KAG) verwaltete Kapitalvermögen ist um 7,2 Prozent auf 144,4, Mrd. Euro gestiegen. Nummer eins war die Raiffeisen KAG mit einem Marktanteil von 19,67 Prozent gefolgt von der Erste-Sparinvest.

Von den insgesamt 1.656 Fonds, die mindestens ein Jahr auf dem Markt sind, wiesen laut Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) 1.552 eine positive und nur 104 eine negative Performance aus. Per Ende November lag die durchschnittliche Einjahres-Performance bei plus 10,63 Prozent. Die Volumensteigerungen resultieren aus Wertzuwächsen in nahezu allen Anlageklassen: „Egal ob Aktien, Anleihen oder Immobilien, unsere Kunden konnten mit der Wertentwicklung ihrer Fonds sehr zufrieden sein. 97 Prozent der Publikumsfonds waren im Vorjahr kräftig im Plus“, betont VÖIG-Präsident und Erste Sparinvest-Geschäftsführer Heinz Bednar. Während die Großinvestoren die Marktgelegenheiten wahrgenommen haben, sei bei den Privatinvestoren aufgrund der Schuldenkrise noch Zurückhaltung spürbar gewesen. Durch die niedrigen Geldmarktzinsen seien nun auch Privatanleger auf der Suche nach Renditen und würden nun höher rentierenden Anlageklassen den Vorzug geben, so Bednar. Die großen Trends des Vorjahres waren die Themen Sicherheit, die Suche nach Renditen im Anleihebereich und die Liquidität, denn sowohl die US-Notenbank als auch die EZB fuhren eine unterstützende Geldpolitik“, skizziert Horst Simbürger, Leiter Aktien und Anleihen der Volksbank Investments die Vorjahresentwicklung.

Rückenwind für 2013

Rückenwind für den heurigen Fondsabsatz erwartet Sparinvest-Chef Bednar vor allem von den gut laufenden Aktienmärkten. Gerade für Aktienfonds sei das Potenzial nach oben noch lange nicht ausgeschöpft. Besonders das globale, konjunkturelle Umfeld ist für Fondsinvestitionen ein unterstützender Faktor. „Die Frühindikatoren deuten auf eine langsame wirtschaftliche Erholung hin, was durch die jüngst in vielen Ländern veröffentlichten Einkaufsmanager-Indizes bestätigt wird“, berichtet Alexander Fleischer, Sparinvest Bereichsleiter Anleihefonds. Folgende maßgebliche Entwicklungen sprechen 2013 laut Sparinvest für ein Investment in Investmentfonds:

• Wirtschaftliche Erholung: Das Wirtschaftswachstum sei zwar noch schwach und auf hölzernen Beinen, wie zuletzt bei der Umschiffung der US-Fiskalklippe sichtbar wurde, gleichzeitig schreitet der staatliche Schuldenabbau voran und erhöhe den Spielraum für Investitionen. Die Industrieproduktion kommt langsam wieder in Fahrt. Für die USA wird ein Wachstum von 1,5 Prozent erwartet, während in den Emerging Markets das prognostizierte Wachstum bei fünf Prozent liegt.

• Weltwirtschaftsmotor Asien: Die Gefahr einer harten Landung in China scheint gebannt. Das erwartete Wachstum von acht Prozent sei groß genug, um die langfristige Umstellung auf ein Konsumwachstum, das nicht von Investitionen getrieben wird, zu gewährleisten.

• Zinsen und Inflation sind bleiben gering: Die Leitzinsen von USA, EU und Japan liegen bei nahe null Prozent. Der schwache Arbeitsmarkt und die in der Euro-Zone stagnierende Kreditvergabe dämpfen die Inflation in den entwickelten Volkswirtschaften. Geldmarktzinsen und Anleiherenditen bleiben niedrig, ebenso wie das Risiko einer Zinswende, dafür ist die gesamtwirtschaftliche Aktivität zu schwach.

• Kein Zerfall der Euro-Zone: Die Wirtschaftspolitik in der Euro-Zone hat mit dem Staatsanleihen-Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), dem ESM-Rettungsschirm und der EZB-Bankenaufsicht das unmittelbare Risiko eines Zerfalls der Euro-Zone de facto auf null reduziert. Von einer gemeinsamen Steuer-, Finanz- und Wirtschaftspolitik sei man aber noch weit entfernt. „Dennoch sind die Renditechancen innerhalb der Euro-Zone wieder attraktiver (z.B. Italien), auch im Vergleich zu Corporate Bonds bester Bonität“, so Bednar.

• Renditenjäger finden attraktive Anlagen: Die Renditechancen bei Anleihen ohne Kreditrisiko oder Unternehmensanleihen im Investment Grade-Bereich seien bereits ausgereizt. „Höhere Renditen findet man bei Schwellenländer-Anleihen, insbesondere in CEE als auch bei Corporate Bonds mit niedriger Bonität. Hier gefällt uns das Rating-Segment „BB“ nach wie vor am besten“, betont Fleischer.

Für 2013 rechnet Simbürger auf der Anleiheseite mit eher seitwärts gerichteten Märkten. Auch auf der Aktienseite sollte es etwas ruhiger zugehen. Herausfordernd könnte es in regulatorischer Hinsicht für die KAG´s werden: „Das hängt davon ab, wie sich das Thema Finanztransaktionssteuer auswirkt und die weiteren Schritte Richtung Basel III“, erklärt Simbürger. Aus vertrieblicher Sicht werde es spannend sein, wie man mit dem Thema ´Investieren im Niedrigzinsumfeld´ umgehen wird.

Aktien als attraktivste Asset-Klasse

„An Aktien führt derzeit kein Weg vorbei“, bricht Harald Egger, Sparinvest-Bereichsleiter Investment Division eine Lanze für das Aktiensegment. Aktien sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,8 weiterhin günstig bewertet und liegen im historischen Vergleich auf niedrigem Niveau. Die Dividenden-Rendite liegt global gesehen bei 2,8 Prozent und damit deutlich über dem Geldmarktniveau. Neben der günstigen Bewertung spielen auch das solide Gewinnwachstum, die hohe Liquidität sowie die abnehmende Unsicherheit eine positive Rolle. Regional gesehen favorisiert Egger Europa und Asien, während europäische Aktien über ein deutliches Aufholpotenzial verfügen. Die Diskussion um den Euro ließ internationale Investoren zurückhaltend agieren. Mit der Stabilisierung der Euro-Zone kamen sie zurück. Besonders CEE-Aktien sollten von der Rückkehr des Anlegervertrauens profitieren. Egger erwartet auch für die Börsenplätze Österreich, Türkei und Russland Aufwertungspotenzial. Was Asien betrifft, legt die Sparinvest besonderes Augenmerk auf die Börsen Hong Kong, Korea und Taiwan. Auf Branchenebene sieht Egger Gesundheits- und Konsumwerte langfristig begünstigt, kurzfristig erscheint der Finanzsektor für spekulative Investoren attraktiv.

Gemanagte Portfolios zunehmend gefragt

Heinz Bednar rechnet damit, dass künftig „smarte“ Investmentlösungen im Vormarsch sein werden. Unter Smart-Fonds versteht man gemangte Lösungen, bei denen die Kunden lediglich ihre persönliche Risikobereitschaft bekannt geben müssen und die Umsetzung auf der Ertragseite den Investmentspezialisten überantwortet wird. „Unsere gemischten Fonds haben im Vorjahr sehr gut abgeschlossen und sind für die meisten Privatanleger ein ideales Vehikel für die Vorsorge und Veranlagung“, so Bednar. So ist beispielsweise der „ESPA Portfolio Balanced 30“ ein flexibel gemanagtes Produkt, das je nach Einschätzung der Kapitalmärkte in die attraktivsten Veranlagungsklassen investiert. Das sind Aktien (0-30%), Anleihen (70-100% in Corporate Bonds und Staatsanleihen) als auch alternative Investments (bis 10%). Fremdwährungen werden in der Regel abgesichert.

Weiter aktuelle Fondsempfehlungen der Sparinvest sind der ESPA Stock Global, ein aktiv gemanagter Aktienfonds, der in weltweit 80-150 Einzeltitel investiert, der ESPA Stock Russia (Aktienschwerpunkt auf Russland und GUS-Staaten), ESPA Bond Danubia (Staatsanleihen mit Fokus auf die neuen EU-Mitglieder sowie die Türkei) und der ESPA Bond Corporate BB, der überwiegend in Unternehmensanleihen internationaler Emittenten mit dem Rating „BB“ investiert.

M. Strausz, Ärzte Woche 6/2013

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