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Praxis 25. Oktober 2012

Patientensicherheit auf der Überholspur

Diplomverleihung an erste Absolventen des postgradualen Lehrgangs der Plattform Patientensicherheit.

"Die nationalen und internationalen Bemühungen zur Patientensicherheit führen dazu, dass das österreichische Gesundheitssystem für die PatientInnen, aber auch für die MitarbeiterInnen in den Einrichtungen sicherer und transparenter werden. Damit wird eine hochwertige Gesundheitsversorgung der Bevölkerung garantiert", betont Gesundheitsminister Alois Stöger anlässlich der Diplomverleihung an die Absolventen des ersten postgradualen Lehrgangs der Plattform Patientensicherheit "Patientensicherheit und Qualität im Gesundheitssystem".

 

Nicht zuletzt unterstützen diese Entwicklung auch die 18 Führungskräfte aus dem heimischen Gesundheitswesen, die mit ihrem erfolgreichen Abschluss als "MSc" wesentlich dazu beitragen werden, dass die Patientensicherheit in Österreich zum Überholen ansetzt.

Das ist auch dringend notwendig, denn nach wie vor sterben pro Jahr weniger Menschen im Straßenverkehr als in Folge von Zwischenfällen bei der Behandlung in Einrichtungen des Gesundheitswesens. "Umso wichtiger ist es, MitarbeiterInnen im Rahmen von Aus- und Weiterbildung zu Themen wie Sicherheit und Qualität zu schulen und zu sensibilisieren", ist Lehrgangsleiterin Dr. Maria Kletecka-Pulker von der Plattform Patientensicherheit überzeugt.

Genau hier setzt der postgraduale Lehrgang an, der sich nicht nur an ÄrztInnen, sondern an alle im Gesundheitswesen tätigen Personen und Professionen wendet. Der Universitätslehrgang befähigt die AbsolventInnen zur Übernahme von verantwortlichen Positionen in allen Bereichen des Gesundheitswesens, wie zum Beispiel der Leitung von Risiko- und Qualitätsmanagementabteilungen. Neben der Theorie, etwa in Medizinrecht oder Ethik, erhalten die Teilnehmer daher auch das dringend erforderliche praktische Handwerkszeug, um im Alltag für mehr Sicherheit in der Behandlung von PatientInnen zu sorgen.

"Wichtig ist die Entwicklung einer reflektierten Haltung in der Auseinandersetzung mit Risiken und Fehlern", erklärt Lehrgangsleiterin Dr. Maria Kletecka-Pulker. Durch E-Learning gestützte Blockveranstaltungen wird ein intensives und prozessorientiertes Arbeiten sichergestellt. Selbststudienanteile nach jedem Lehrgangsblock und individuell-kollegialer Austausch ergänzen die eigene Reflexion.

Praxisbezug

Der unmittelbare Praxisbezug kommt nicht nur in mehreren Modulen, sondern auch in einem eigenen Praxisprojekt zur Patientensicherheit sowie einer fachspezifischen Master These zum Ausdruck. "Dass wir mit unserer Ausbildung auf dem richtigen Weg sind, zeigt auch die aktuelle Entwicklung im Rahmen der Weltgesundheitsorganisation WHO", freut sich Kletecka-Pulker.

Die WHO Patient Safety hat kürzlich ein Dokument veröffentlicht, das sich mit Ausbildungsrichtlinien für Trainings rund um Patientensicherheit beschäftigt. Es enthält praktische Vorschläge zur Entwicklung von Aus- und Weiterbildungsprogrammen und setzt besonders auf die Verknüpfung von Theorie und Praxis, ein Zugang, der auch den postgradualen Lehrgang "Patientensicherheit und Qualität im Gesundheitssystem" prägt. Seit dem Wintersemester 2011/2012 läuft der zweite Durchgang des postgradualen Universitätslehrgangs "Patientensicherheit und Qualität im Gesundheitssystem".

Im Wintersemester 2013/2014 startet der nächste Zyklus. Der Erfolg des ersten Lehrgangs lässt auf spannende Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit der weiteren TeilnehmerInnen und deren BegleiterInnen hoffen.

Info und Kontakt:

www.plattform-patientensicherheit.at www.postgraduatecenter.at/patientensicherheit 

Über die Plattform Patientensicherheit

ANetPAS - Austrian Network for Patient Safety - ist ein unabhängiges nationales Netzwerk, dem alle relevanten Einrichtungen und ExpertInnen des österreichischen Gesundheitssystems angehören, die sich mit Patientensicherheit und Qualitätssicherung beschäftigen. Die österreichische Plattform für Patientensicherheit wurde 2008 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, Frauen und Jugend am Institut für Ethik und Recht in der Medizin errichtet und ist als Collaborating Partner ins Netzwerk EUNetPaS eingebunden. Info und

Kontakt: www.plattform-patientensicherheit.at

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