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Praxis 24. Oktober 2012

Österreicher horten fast 300 Milliarden auf Sparbüchern

IMAS- und Spectra-Sparstudien: Sparen bleibt wichtig, aber Sparleistung ist am Planfonds angelangt.

Rund 1,2 Millionen Österreicher werden am 31. Oktober wieder die heimischen Sparinstitute stürmen, weitere 400.000 nehmen sich vor, ihre Hausbank aufzusuchen, um sich die zahlreichen Weltspartagsgeschenke abzuholen. Mit 170 Euro monatlich sparen die Österreicher um nominal zwei Euro mehr als 2011. Sparen bleibt für 70 Prozent ein wichtiges Thema , jeder Zweite spart sogar regelmäßig – so das Ergebnis einer österreichweiten, telefonischen IMAS-Umfrage zum Sparverhalten von 900 Österreicherinnen und Österreicher.

Auch wenn die Sparsumme eher stagniert, sind doch mehr als die Hälfte der Befragten mit ihrem monatlichen Sparbetrag zufrieden. Insgesamt ist die Zufriedenheit um fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wofür wird also gespart? „Das Sicherheitsbewusstsein ist traditionell hoch, daher ist der berühmte Notgroschen (86 Prozent) die Hauptmotivation“, zitiert Peter Bosek Privat- und Firmenkundenvorstand Erste Bank. Eine eigene Wohnung, ein neues Auto oder eine gute Altersvorsorge hat jeder Zweite vor Augen, wenn er Geld anspart. Insgesamt hat die Wichtigkeit des Sparens aber um fünf Prozent abgenommen, allerdings besitzen 80 Prozent der Österreicher ein Sparbuch. An zweiter Stelle folgt mit 67 Prozent das Bausparen. Eine Lebensversicherung haben 50 Prozent, Wertpapier- und Fondsbesitzer sind 30 Prozent. Diese Zahl ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, weil viele auch die fondsgebundene Lebensversicherung als Wertpapierprodukt einstufen.

Zwar ist das Sparbuch nach wie vor die beliebteste Sparform (August-Gesamtmarkt laut Einlagenmonitoring 296,5 Milliarden Euro), im Vergleich zum Vorjahr hat seine Attraktivität laut IMAS allerdings um vier Prozent nachgelassen. „Trotzdem – wir haben vor knapp 200 Jahren das Sparbuch erfunden. Jetzt ist es durchaus Zeit, das Sparbuch ins 21. Jahrhundert zu heben“, so Bosek.

Unterdurchschnittliche Sparquote

Der nominale Sparbetrag ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Während im Jahr 2006 die Österreicher 132 Euro auf die hohe Kante legten, so sind es sechs Jahre später bereits 170 Euro (+ 28,8 Prozent). „Die Dynamik beim Sparen hat zuletzt aber deutlich nachgelassen“, so Bosek. Davon entfallen 30 bis 40 Euro auf das Bausparen, der Rest auf das Sparbuch und Versicherungen. Im Österreich-Ranking liegen die Wiener mit 156 Euro (-5 Euro) an vorletzter Stelle, die Sparmeister sind die Vorarlberger mit durchschnittlich 194 Euro monatlich. Die Sparquote (Quelle: Statistik Austria, Oktober 2012) stabilisiert sich bei 8,4 Prozent, im Vergleichszeitraum 2011 lag sie bei 8,1 Prozent. Damit liegt die Sparquote unter dem Durchschnittswert von 9,5 Prozent (seit 2001).

Das Bank Austria Anlagenbarometer

Rund 80 Prozent der Österreicher besitzen ein Sparbuch. Traditionelle Spar-Beweggründe und Motive sind durchwegs rückläufig: 62 Prozent der Befragten geben an, sie können heute weniger sparen als in der Vergangenheit. Trotzdem sind klassische Sparprodukte wie Sparbuch, Bausparen und Online-Sparkonten mit 77 Prozent (2011: 75 Prozent) die einzigen Anlageformen, die in der Gunst der Anleger zulegen konnten. Lebensversicherungen mit 43 Prozent (2011: 52 Prozent), Immobilien mit 47 (2011: 50 Prozent), staatlich geförderte Zukunftsvorsorge mit 36 (2011: 45 Prozent), Gold, Silber, Wertgegenstände und Antiquitäten mit 27 Prozent (2011: 32 Prozent) müssen hingegen durchwegs Verluste hinnehmen. 54 Prozent der Befragten sparen laut Spectra-Umfrage weniger als 100 Euro, sieben Prozent mehr als 500 Euro pro Monat.

57 Prozent der Befragten vertrauen bei der Anlage auf ihre Hausbank, 27 Prozent geben an, die Angebote und Zinssätze auf dem Markt genauer zu beobachten, 40 Prozent meinen, sie sparen weniger und geben das Geld lieber aus. De facto ist die Bereitschaft für Investments in renditenstärkere Alternativen noch etwas verhalten. „Der Wertpapiermotor stottert zwar noch, die Kundenanfragen dazu werden aber schon wieder mehr“, berichtet Bosek. „Eine gute Vermögensdiversifikation wäre in wirtschaftlich schwachen Zeiten allerdings der beste Weg, um die Niedrigzinsphase gut zu überstehen.“

Ethisches Sparen

Das Ethiksparbuch von Schellhammer & Schattera bietet neben 0,75 Prozent Fixverzinsung für ein Jahr und 1,375 Prozent für drei Jahre die Möglichkeit, Geld zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft einzusetzen. Das eingezahlte Geld wird in Firmen investiert, die Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit ernst nehmen und in ihrer Geschäftspolitik umsetzen. Ausgeschlossen sind hingegen Rüstungsunternehmen, Firmen mit gravierenden Arbeitsrechtsverletzungen, kontroversem Umweltverhalten etc. und Länder, in denen es zu Menschenrechtsverletzungen kommt oder die Kyoto-Protokolle nicht ratifiziert wurden. Hingegen werden Länder und Unternehmen berücksichtigt, die ein ökosoziales Rating der Münchner Ratingagentur „oekom research“ erhalten haben. Beispielhaft seien folgende Unternehmen genannt: EVN, Verbund, OeKB, Vodafone und SAP.

Das virtuelle Smartphone-Sparbuch

Beim Sparen denken die Meisten an das gute alte Papiersparbuch. Mit der Impulsspar-App für iPhone und Android Smartphones haucht die Erste dem Thema neues Leben ein: Man legt sein Sparziel (beispielsweise Urlaub, neue Schuhe, Winterreifen, ...) mit einer bestimmten Summe fest. Jedes Mal, wenn man bewusst beim Einkaufen auf etwas verzichtet, kann man den dadurch gesparten Betrag per Knopfdruck seinem Sparziel überweisen. Hinter der APP liegt ein echtes Sparkonto, wo die einzelnen Sparbeträge vom eigenen Konto abgebucht werden. Dabei muss man sich ein einziges Mal mit den netbanking-Zugangsdaten einloggen, danach kann per Knopfdruck eine bestimmte Summe vom Girokonto auf das Sparkonto überwiesen werden. Ein roter Zeiger am Rand des Kreises visualisiert den aktuellen Spar-Stand. Das jeweils aktuelle Sparziel kann außerdem über Facebook mit seinen Freunden geteilt werden. Neben dem Impulsspar-APP hat die Erste ein weiteres Spar-Projekt realisiert, das sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreut: das Rundungssparen. Dabei wird das Wechselgeld beim Einkauf mittels Bankomatkarte automatisch auf den nächsten Euro aufgerundet, der Differenzbetrag wird dem Sparkonto automatisch gutgeschrieben. Österreichweit nutzen bereits 20.000 Kunden diese neuartige Sparform.

Die aktuell günstigsten Spar- konditionen finden Sie auf: www.bankenrechner.at

Weltspartags-Specials

RLB-NÖ Wien: Weltsparttags-Sparbuch mit 1,625% p.a., Laufzeit 24 Monate

Raiffeisen Wien bietet ein besonderes Weltspartags-Vermögenssparbuch von 29. Oktober bis 2. November 2012 an. Dieses Weltspartags-Sparbuch wird Kunden auch als Online-Sparen fix angeboten. Die Verzinsung: 1,625% p.a fix, die Laufzeit 24 Monate, die Mindesteinlage: EUR 300,- .

Bank Austria: Künstlersparbuch mit einem Motiv von Klimt mit 1,1% p.a. Fixzinsen bei einer Laufzeit von 18 Monaten. 50 Cent pro Sparbuch gehen an die Siegerprojekte des BA-Sozialpreises „Gewaltprävention Bärenstarkt und „NachbarInnen in Wien“.

Erste Bank am Graben: Eröffnungsgutschein für eine Produktneueröffnung im Wert von 20 Euro, einlösbar bis 30. November 2012. Bei Produkteröffnung am Weltspartag, Teilnahme am iPhone5-Gewinnspiel

BAWAG P.S.K: Aktion „WeltNEUspartag“BAWAG P.S.K. Kapitalsparbuch von ein (0,9%) bis drei Jahre (1,5%), gebunden bei einer einmaligen Einzahlung von mindestens 100 Euro bei der Eröffnung, Sparkapital jederzeit verfügbar.

M. Strausz, Ärzte Woche 43/2012

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