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Foto: Privat
Mag. Markus Lechner Niederösterreichischer Ärzteanwalt
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Dr. Christoph Reisner Präsident der Niederösterreichischen Ärztekammer

 
Praxis 15. Juni 2009

Rechtliche „Erste Hilfe“ gratis und unbürokratisch

Die Niederösterreichische Ärztekammer bietet ihren Mitgliedern einen österreichweit einzigartigen Service: eine kostenlose Ärzteanwaltschaft.

Alle niederösterreichischen ÄrztInnen können ab sofort eine kostenlose „Erste Hilfe“ von einem Rechtsanwalt bei ihrer Ärztekammer beziehen. Der neu eingesetzte Ärzteanwalt Mag. Markus Lechner ist auf Arzt- und Medizinrecht spezialisiert.

 

Der Ärzteanwalt bietet Ärzten als Gatekeeper im oft undurchschaubaren Dschungel der Rechtsvorschriften rasch und unbürokratisch Hilfestellung. „Ausschlaggebend für die Einrichtung dieses Angebots war der Gedanke, Ärzten in der Kammer mehr Heimat und Orientierung zu bieten und ihren Servicecharakter zu erhöhen“, betont Dr. Christoph Reisner, Präsident der Niederösterreichischen Ärztekammer. Stolze Ergänzung: „Wir sind die erste Landeskammer, die so etwas anbietet – und auch im Ausland gibt es nichts Vergleichbares.“

Bei dem kostenfreien Mitgliederservice der Niederösterreichischen Ärztekammer geht es ausschließlich um Beratung zu rechtlichen Fragen, die mit der ärztlichen Berufsausübung in Zusammenhang stehen. „Wer darüber hinaus eine Rechtsbegleitung wünscht, muss sich selbst einen Anwalt suchen oder den Ärzteanwalt auf eigene Kosten engagieren“, so Lechner. „Die Ärzteanwaltschaft ist auch kein Gegenpol zur Patientenanwaltschaft. Ich biete im Gegensatz zu dieser nur Information, aber keine Rechtsbegleitung, bin also bewusst kein ‚Anti-Bachinger‘ “

Fallbeispiele aus der Praxis

Typische Fälle für den Ärzteanwalt sind Ansprüche von Patienten wegen eventueller Behandlungsfehler, sonstige Patientenbeschwerden, Angriffe durch Medien und strafrechtliche Angelegenheiten. Im niedergelassenen Bereich sind beispielsweise Streitigkeiten mit den Sozialversicherungsträgern, Kündigung des kurativen Einzelvertrages und Streitigkeiten mit Angestellten zu nennen. Angestellte ÄrztInnen können sich bei individuellen arbeitsrechtlichen Problemen (zum Beispiel Arbeitszeit oder Betriebsvereinbarung), Mobbing sowie rechtlichen Problemen rund um die geplante eigene Niederlassung an den Ärzteanwalt wenden. Lechner: „In all diesen Fällen ist es wichtig, sich über die richtige Vorgangsweise beraten zu lassen, bevor überhaupt ein erster Schritt gesetzt wird. Denn bereits mit dem ersten falschen Schritt kann sich der Arzt selbst großen, oft nicht wieder gutzumachenden Schaden verursachen. Ich hoffe daher, dass sich die Ärzte frühzeitig an mich wenden. Ich gebe jedem niederösterreichischen Arzt alle Auskünfte, die er braucht – er selbst kann dann sein eigenes Vorgehen bestimmen.“

Anfragen per Telefon oder e-Mail

Der Rechtanwalt Mag. Markus Lechner bearbeitet seit dem Jahr 2000 Problemfälle aus dem Arzt- und Medizinrecht. Während der letzten drei Jahre widmete er sich fast ausschließlich diesem Themenbereich. Zuvor war Lechner in einer großen Tiroler Wirtschaftskanzlei tätig. Der Niederösterreichische Ärzteanwalt steht ab sofort unter oder unter der Telefonnummer 01/53751-300 für kostenlose Anfragen von ÄrztInnen aus Niederösterreich zur Verfügung.

Die NÖ Ärztekammer hat übrigens für diesen Service keinen fixen Budgetrahmen festgesetzt, nicht zuletzt deshalb, weil eine realistische Bedarfsschätzung aktuell noch nicht möglich ist. Reisner: „Wir werden die ersten sechs Monate laufen lassen und anschließend evaluieren. Vielleicht werden wir für eine endgültige Kalkulation auch ein Jahr brauchen.“

Von Dr. Monika Steinmaßl-Wirrer, Ärzte Woche 24 /2009

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