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Praxis 16. August 2012

Missbrauchsopfer

Strenge Datenschutzbestimmungen behindern Kinderschutz – Kinderärzte und Kinderchirurgen fordern Änderung des Datenschutzgesetzes.

In Österreich werden jedes Jahr im Durchschnitt 785 Fälle von Gewalt am Kind bei der Polizei angezeigt. An allen Kinderkliniken sind in den letzten Jahren verpflichtend Kinderschutzgruppen eingerichtet worden, in denen Kinderärzte, Kinderchirurgen, Vertreter des Pflegedienstes, Psychologen und Psychotherapeuten missbrauchte und misshandelte Kinder betreuen und versorgen. Dabei stellt jedoch das Datenschutzgesetz eine unüberwindbare Grenze dar, wenn es darum geht, festzustellen, ob die Empfehlungen, Beratungen und Hilfestellungen der Kinderschutzgruppen den Opfern tatsächlich helfen können, so die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde in einer Aussendung. Demnach unterbindet das Datenschutzgesetz entsprechende Auskünfte an die Kinderschutzgruppen und das erschwert die Arbeit. Für diese Arbeit ist es jedoch von großer Wichtigkeit, über das weitere Wohl des Minderjährigen aufgeklärt zu werden, jedoch verhindern einzelne Paragrafen des Datenschutzgesetzes nach wie vor ein entsprechendes Feedback – etwa durch die Jugendwohlfahrt – darüber, inwieweit die Kinderschutzgruppe dem Missbrauchsopfer nachhaltig helfen konnte bzw. wie das Familienleben des betroffenen Kindes weiter verläuft. Daher wird eine Änderung des Datenschutzgesetzes dahin gehend gefordert, dass zum Wohle der Kinder ein freier Datenaustausch mit den Kinderschutzgruppen erfolgen kann.

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